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Sieg in Frankfurt - Nun will 96 Bayern schlagen | 2006-02-12


Frankfurt/Main - Die Spieler grämten sich, doch Peter Neururer spuckte bereits große Töne Richtung Rekordmeister. Ich gehe davon aus, dass wir die Bayern schlagen, sagte der Trainer von Hannover 96 nach dem glücklichen 1:0 (0:0) gegen Aufsteiger Eintracht Frankfurt.

Denn die Serie mit nunmehr zehn Spielen ohne Niederlage nacheinander - davon neun unter seiner Regie - soll auch gegen den Tabellenführer halten und der Vereinsrekord damit ausgebaut werden. In dieser Partie können wir befreit aufspielen, weil wir nicht als Favoriten in das Spiel gehen, meinte Neururer mit leichtem Augenzwinkern.

Eine Woche vor dem Duell gegen den Tabellenführer aus München sprach Neururer in Frankfurt gleichwohl von einem der glücklichsten Erfolge, den er erlebt habe. Beipflichten konnte dem uneingeschränkt der bereits erwartungsfrohe ehemalige Münchner Michael Tarnat: Selbst ein Unentschieden wäre schon unverdient gewesen.

Doch der Reihe nach: Von Beginn an sahen sich die Gäste, die zuletzt am 30. Oktober 2005 mit 1:4 gegen Arminia Bielefeld verloren hatten, den Angriffen der erneut agilen Frankfurter ausgesetzt. Torchancen blieben zwar weitgehend Mangelware, auch wenn Hannover nach Neururers Meinung um den Führungstreffer der Gastgeber gebettelt habe. Wir müssen die erste Halbzeit streichen, befand Hanno Balitsch. Bei der Verdrängungsarbeit dürfte der Siegtreffer des Bulgaren Chawdar Yankow helfen. In der 78. Minute hatte er Maß genommen und den Ball in den Winkel gedroschen. Ich habe ihm noch in der Pause gesagt, versuch es einfach, rühmte sich Neururer.

Nun sitzen die Hannoveraner mit 29 Punkten den UEFA-Cup-Platz-Inhabern im Nacken. Ich glaube, dass wir noch für eine Überraschung sorgen, meinte Nationalspieler Thomas Brdaric, der erst in der zweiten Halbzeit zum Zug kam. Wir können auch die Großen schlagen, sagte Balitsch und verwies auf das 2:1 unter der Woche gegen den HSV. Das findet auch Teamkollege Tarnat vor dem Wiedersehen mit einigen seiner ehemaligen Bayern-Kollegen. Wir können mit breiter Brust ins Spiel gehen, meinte der Routinier. Gegen die Münchner hoffen die 96er auf die Rückkehr von Nationalspieler Per Mertesacker sowie auf den nicht mehr gesperrten Altin Lala.

Deprimiert nahmen unterdessen die Frankfurter die erste Niederlage seit fünf Heimspielen auf. Hannover hat hier ohne Torchance gewonnen, befand Coach Friedhelm Funkel, dessen Schützlinge sich allerdings bei der Chancenauswertung selbst zu schlampig zeigten. Die Niederlage werfe die Mannschaft aber nicht um, sagte er mit Blick auf das Heimduell mit dem zweitplatzierten Hamburger SV. Bei seinen Spielern klang das kurz nach Spielende jedoch anders. Unfassbar, stammelte Stürmer Francisco Copado. Und Nebenmann Ioannis Amanatidis sagte einfach nur: Mir fehlen die Worte.


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