München/Hannover - 13 Spiele der Champions League werden von der kommenden Saison an live im DSF übertragen, wodurch sich die Berichterstattung über die europäische Fußball-Königsklasse stärker in das Bezahlfernsehen verlagert.
Durch die Einigung zwischen dem DSF und dem Pay-TV-Unternehmen Premiere werden die Fußballfans deutlich weniger Partien mit deutschen Mannschaften im frei empfangbaren Fernsehen anschauen können als derzeit noch bei Sat.1. Premiere als Inhaber der kompletten Rechte für den deutschen Markt will möglichst viele der attraktiven Spiele exklusiv im Pay-TV übertragen und nur die Minimalforderungen des Europäischen Fußball-Verbandes UEFA erfüllen.
In der Vorrunde muss nach Angaben von Premiere lediglich eine Partie jeder qualifizierten deutschen Mannschaft im Free-TV gezeigt werden. Da es für die K.o.-Runde keine Auflagen gebe, wäre nach derzeitigen Planungen ein heimisches Team erst wieder im frei empfangbaren DSF zu sehen, wenn es das Finale erreicht. Spitzenbegegnungen wie Bayern München gegen Real Madrid würden demnach nur noch im Bezahl-Fernsehen gesendet.
Die entscheidenden Spiele werden in Deutschland künftig exklusiv auf Premiere zu sehen sein, heißt es in einer Mitteilung. Premiere-Chef Georg Kofler nennt das Konzept ein Paradebeispiel für die intelligente Verzahnung von Abo-TV und Free-TV.
Premiere wird das jeweils dreistündige Programm mit einem Live-Spiel und einer Zusammenfassung komplett produzieren und beim DSF unter dem Namen Champions TV ausstrahlen lassen. Die von der UEFA abgesegnete Kooperation gilt für drei Jahre. Mit Champions TV etablieren wir eine neue Marke als Keimzelle für die Free-TV-Aktivitäten von Premiere. Dabei werden wir uns mittelfristig auf den Sportbereich konzentrieren, sagte Kofler. Der zunächst angestrebte Versuch, einen eigenen Free-TV-Sender aufzubauen oder zu kaufen, ist damit vorerst gescheitert.
Einen Großteil der Lizenzkosten werden wir durch Werbeeinnahmen refinanzieren, sagte der Premiere-Chef. Das DSF geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es durch die Vereinbarung keine signifikanten Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis geben werde. Es wird jedoch eine Steigerung des Marktanteils und die Festigung der Positionierung als Fußballsender erwartet.
Premiere hatte im August 2005 von der UEFA alle Live-TV-Rechte an der Champions League für die Spielzeiten 2006/2007 bis 2008/2009 erworben.
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