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Burghausen gegen 1860 München wird wiederholt | 2006-02-15


Frankfurt/Main - Das Zweitliga-Spiel Wacker Burghausen gegen TSV 1860 München wird wiederholt. Wie das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt/Main entschied, wird die Partie wegen des Doping-Falls Nemanja Vucicevic annulliert und neu angesetzt.

Beim 2:0-Sieg der Münchner am 4. November 2005 war Löwe Vucicevic, der später der Einnahme der verbotenen Substanz Finasterid überführt wurde, in der 72. Minute eingewechselt worden. Das Sportgericht hatte den Serben ebenso wie auch der Weltverband FIFA bis zum 19. Mai 2006 für sechs Monate gesperrt.

In der Tabelle fallen die Löwen mit 27 Zählern auf den 13. Tabellenrang zurück - doch wenigstens können sie überhaupt noch auf die Punkte hoffen. Burghausen bleibt zwar bei 29 Punkten, überholt aber die Münchner und verbessert sich in der Tabelle auf Platz acht. Ein Termin für das Wiederholungsspiel steht noch nicht fest, Austragungsort ist Burghausen.

Die Mitwirkung eines gedopten Spielers führt normalerweise zur Aberkennung der Punkte. Doch besondere Umstände können nach der Rechts- und Verfahrensordnung eine Abänderung möglich machen, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Hermann Menzel (Langerwehe). Diese lagen nach Ansicht des Sportgerichts vor. So habe Vucicevic mit dem verschleiernden Finasterid zwar ein verbotenes, aber kein leistungsförderndes Mittel eingenommen.

Die Einnahme des Haarwuchsmittels, das diese Substanz enthält, hatte Vucicevic seinem Verein gegenüber verschwiegen. Sportlich habe der Serbe in 18 Spielminuten keinen Einfluss auf die Partie genommen, die Münchner führten bereits mit 2:0. Beide Clubs verzichteten auf weitere Rechtsmittel. Somit ist das Urteil rechtskräftig.

Der Kontrollausschuss-Vorsitzende Horst Hilpert übte Kritik an den beiden Vereine, die sich schon im Vorfeld auf eine Wiederholung der Partie verständigt hatten. Die Clubs können das nicht aushandeln und dann sagen, es fehlt nur noch die Zustimmung des Gerichts. Schließlich sind auch andere Vereine vom Urteil betroffen, sagte Hilpert. Bei der Verhandlung gegen Vucicevic vor mehreren Wochen hatte 1860-Manager Stefan Reuter seinen Wacker-Amtskollegen Kurt Gaugler noch heftig attackiert, nun ging es friedlicher vonstatten. Die Friedenspfeife, die beide Clubs schon miteinander geraucht haben, sollte diesen Tag überstehen, meinte Hilpert.

Gaugler betonte, der SV Wacker sei hoch zufrieden mit dem Urteil. In solchen Fällen gibt es keinen Sieger. Ein Wiederholungsspiel ist die sportlich fairste Lösung, sagte Burghausens Manager. 1860 plädierte zwar bis zuletzt für die Beibehaltung des 2:0, doch auch der ehemalige Bundesligist kann sich mit der Entscheidung anfreunden. Wir akzeptieren das Urteil. Jetzt gilt unsere Konzentration dem wichtigen Heimspiel gegen Kickers Offenbach in der Allianz Arena, sagte Reuter.


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