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Schiedsrichter testen neues System | 2006-02-16


Gelsenkirchen - Wirksamkeit und Nutzen des neuen Kommunikationssystems für Fußball-Schiedsrichter bleiben nach dem ersten Testlauf in Deutschland vorerst im Dunkeln.

Der italienische Referee Roberto Rosetti stand im UEFA-Cup-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Espanyol Barcelona per Mikrofon und Mini-Kopfhörer im ständigen Kontakt mit seinen beiden Assistenten an den Linien sowie dem vierten Offiziellen. Dennoch machte der Unparteiische keinen sicheren Eindruck und traf gleich mehrere eklatante Fehlentscheidungen.

Man muss sich erst daran gewöhnen und Erfahrungen sammeln, sagte Hellmut Krug, Leiter der DFB-Schiedsrichter-Abteilung. Schalke-Coach Mirko Slomka wollte den Härtetest des Headsets beim 2:1-Sieg der Knappen nicht bewerten: Ich kann nicht beurteilen, ob es was bringt, oder ob es den Schiedsrichter eher stört. Das weiß nur er.

Auf Anweisung des Europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) stand Rosetti für Nachfragen nicht zur Verfügung. Erst nach weiteren Tests, beispielsweise in der Partie zwischen dem Hamburger SV und dem FC Thun, soll über eine europaweite Etablierung des Systems entschieden werden. Wenn die Ergebnisse positiv sind, werden wir dem Exekutivkomitee der UEFA die Einführung vorschlagen, sagte Volker Roth, Vorsitzender der Schiedsrichter-Ausschüsse in Deutschland und Europa, dem kicker. In Frankreich und Schottland gibt es den High-Tech-Schiedsrichter bereits.

Rosetti hatte vor allem beim Tohuwabohu kurz vor der Pause den Überblick verloren. Nach zwei Rot-würdigen Aktionen von Fabian Ernst und Espanyol-Kapitän Alberto Lopo schickte er keinen Akteur vom Platz - nach direkter Absprache mit seinen Assistenten, die beide auf den Rasen liefen. Man hat gesehen, dass man gerade in hektischen Phasen und bei hohem Lärmpegel trotz der Technik die direkte Rücksprache suchen muss, sagte Krug. Der Vorteil des neuen Systems liege vielmehr darin, dass die Referees Tipps für die Spielleitung bekommen könnten.

Krug verwies auf die positiven Erfahrungen, die die Unparteiischen mit der Einführung des Beep-Systems vor einigen Jahren gemacht hätten. Wenn die Assistenten die Fahne heben, drücken sie immer gleichzeitig auf einen Signalton, der den Schiedsrichter per Vibrationsalarm am Arm erreicht, erläuterte Krug. Diese Form der nonverbalen Kommunikation habe er zunächst skeptisch beäugt. Heute nutzen alle Schiri-Teams auf der Welt dieses System.


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