Nürnberg - Der VfL Wolfsburg bleibt auf fremden Platz ein Punktelieferant. Am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga verloren die Niedersachsen beim 1. FC Nürnberg mit 0:1 (0:1) und sind damit nach sieben Auswärtsniederlagen hintereinander endgültig im Abstiegskampf angekommen.
Dagegen machte der kämpferisch überzeugende Club vor 16 954 Zuschauern im Frankenstadion dank des Treffers des Russen Iwan Saenko (16. Minute) und dem dritten Heimsieg der Saison im Kampf um den Klassenverbleib Boden gut und verbesserte sich vorerst auf den 14. Tabellenplatz.
Jetzt sind wir mitten im Abstiegskampf, sagte Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler. In fast jedem Spiel treffen wir nur die Latte oder den Pfosten. Jetzt muss sich zeigen, wer Manns genug ist und die Ärmel aufkrempelt. Nürnbergs Coach Hans Meyer war erleichtert: Alle, die ein Nürnberger Herz haben, könnte ich heute drücken.
Die Hoffnung von Augenthaler, der vor zwei Jahren den Club nach dreijähriger Amtszeit verlassen musste, auf ein Ende der Auswärtskrise am früheren Arbeitsplatz ging nicht in Erfüllung. In der enttäuschenden Begegnung war der VfL zu harmlos, um die vom Gegner gebotenen Freiräume auszunutzen. So blieb Mike Hankes Pfostenschuss in der 20. Minute Wolfsburgs einzige gefährliche Aktion. Nürnberg strahlte keinen spielerischen Glanz aus, war aber sehr bemüht, lauffreudig und zielstrebiger.
Club-Trainer Hans Meyer musste kurzfristig zwei personelle Änderungen vornehmen. Für den immer noch verletzten Ivica Banovic kehrte der Tunesier Adel Chedli in die Mannschaft zurück. Stefan Kießling, mit sieben Toren erfolgreichster Torschütze der Nürnberger, wurden die Mandeln entfernt - er fällt zwei Wochen aus. Aber auch beim VfL fehlte mit Diego Klimowicz (11 Tore) der beste Stürmer. An seiner Stelle feierte der in der Winterpause verpflichtete Niederländer Rick Hoogendorp sein Bundesligadebüt.
Nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg starteten die Nürnberger engagiert in das zehnte Bundesligaduell mit den Niedersachsen und wurden schon nach 16 Minuten für ihre Bemühungen belohnt. Robert Vittek verpasste zunächst eine Flanke von Dominik Reinhardt, doch der freistehende Saenko war zur Stelle und brachte die Franken mit seinem vierten Saisontor in Führung.
Weil der Club, bei dem sich der Brasilianer Glauber erstmals dem eigenen Publikum präsentierte, vor dem eigenen Strafraum zu sorglos spielte und nicht energisch genug im Zweikampf war, hatte der VfL nur vier Minuten später die Ausgleichschance, doch der stramme Schuss von Hanke knallte an den Pfosten. Erst in der Schlussphase der Partie bemühte sich Wolfsburg ansatzweise um den Ausgleich, doch der verdiente Nürnberger Erfolg war nicht ernsthaft in Gefahr.
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