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Hertha BSC: Neue Satzung - mehr Personalkosten | 2007-07-01


Berlin - Das neue Grundgesetz nahm zwar locker die entscheidende Hürde, doch für die sportliche Zukunft von Hertha BSC war nicht die Verabschiedung der geänderten Satzung die wichtigste Nachricht.

Geschäftsführer Ingo Schiller bestätigte nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung, dass der Fußball- Bundesligist seine Personalkosten für die kommende Saison um rund vier Millionen auf 27,7 Millionen Euro erhöhen wird.

Damit investiert der mit rund 45 Millionen Euro verschuldete Club schon jetzt mehr als die 26,3 Millionen Euro der vorigen Spielzeit in seine Profis. Das zusätzliche Geld muss aus Eigenmitteln erbracht werden, frisches Kapital soll die Ausgabe von Genussscheinen über 25 Millionen Euro erbringen. Die schon vor Monaten angekündigte Zeichnung ist jedoch noch nicht erfolgt.

Hertha sah sich in den vergangenen Monaten immer wieder mit lukrativen Angeboten anderer Vereine für die eigenen Talente konfrontiert und verlor Junioren-Nationalspieler Ashkan Dejagah an Ligakonkurrent VfL Wolfsburg. Torwart-Talent Nico Pellatz wechselt zu Werder Bremen. An Jerome Boateng soll der Hamburger SV interessiert sein, sein Bruder Kevin Boateng wird bereits mit dem FC Sevilla in Verbindung gebracht. Der neue Trainer Lucien Favre benötigt somit noch Verstärkungen, nachdem sich Hertha zuletzt vom langjährigen Abwehrchef Dick van Burik getrennt hatte.

Dessen Abschied wurde am Ende der 90-minütigen Versammlung im Internationalen Congress-Centrum kurz, aber emotional von einigen der nur 325 anwesenden von 15 000 Mitgliedern diskutiert. Sie hatten zuvor bei nur zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen die neue Satzung abgesegnet und stimmten für eine klare Trennung zwischen Kontrolle und Exekutive sowie ihre Stärkung ihrer eigenen Rechte.

Abgeschafft wurden der so genannte Beteiligungsausschuss als bislang wichtigstes Entscheidungsorgan. Ihm hatten Aufsichtsrat, Präsidium und fünf zusätzlich gewählte Vereinsmitglieder angehört. Das von vier auf neun Mitglieder vergrößerte Präsidium bekommt mehr Macht und wird direkt von den Mitgliedern gewählt. Die Kandidaten schlägt der nur noch fünfköpfige Aufsichtsrat vor, den ebenfalls die Mitglieder bestimmen. Mit einer Drei-Viertel-Mehrheit können sie künftig Mitglieder des Präsidiums und des Aufsichtsrates abberufen.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) habe den Änderungen zugestimmt, betonte Hertha-Präsident Bernd Schiphorst. Wirksam wird die Satzung mit der Eintragung in das Vereinsregister. Mehr Demokratie kann man nicht mehr machen. Wir gehen meines Wissens weiter als jeder andere Bundesligist, sagte Schiphorst und sprach von einem historischen Beschluss.


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