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HSV trifft im UEFA-Cup auf Wunschgegner FC Thun | 2005-12-16


Hamburg - Der Hamburger SV absolviert einen Champions-League-Schnupperkurs: In der 3. Runde des UEFA-Cups treffen die Norddeutschen auf den Absteiger aus der Königsklasse, den FC Thun.

Wie die Auslosung für die Runde der letzten 32 in Nyon ergab, spielen die Hanseaten am 15./16. Februar zuerst auswärts. Bei einem Weiterkommen ist im Achtelfinale ein Duell gegen Hertha BSC möglich. Der FC Thun, Tabellenfünfter in der Schweiz, war der Wunschgegner des Schweizers Raphael Wicky, von Mehdi Mahdavikia und Vorstandschef Bernd Hoffmann. Eine schöne Reise ins Berner Oberland, sagte Hoffmann zu dem Los. Ein sehr gut geführter kleiner Verein. Im UI-Cup hatte der HSV die Schweizer im Juli 2004 in der dritten Runde durch ein 2:2 auswärts und ein 3:1 zu Hause ausgeschaltet.

Trainer Thomas Doll, der die Auslosung in den Büroräumen der AOL- Arena verfolgte, zollte dem Gegner Respekt: Das ist eine richtige Herausforderung. Die Mannschaft hat für Aufsehen in der Champions League gesorgt. Er freut sich auf ein Wiedersehen mit Eren Sen, den er in der A-Jugend beim HSV trainiert hat.

Fast überall, wo in dieser Saison Fußball drauf steht, ist HSV drin: Bundesliga, DFB-Pokal, UI- und später UEFA-Cup. Bis zur Weihnachtspause haben die Hamburger 34 Pflichtspiele absolviert - das ist etwa das komplette Programm eines Mittelklasse-Bundesligisten für die gesamte Saison. Dass von den bisherigen 32 Begegnungen lediglich zwei verloren gingen, ist ein Quantensprung auf fast vergessenes Spitzenniveau.

Es war ein wundervolles Jahr. Ich bin stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein, sagte Doll nach dem 2:0 (1:0) im letzten UEFA-Cup-Gruppenspiel gegen Slavia Prag, das dem Team Platz zwei in Gruppe A hinter dem AS Monaco bescherte. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich als Spieler so eine Saison mitgemacht habe. Es ist traumhaft und gigantisch.

Die Einsatz-Flut bringt zwar Belastungen mit sich, dafür klingelt es aber auch in der Kasse beim dienstältesten Bundesligisten. Hoffmann rechnet mit einem Nettogewinn von 600 000 bis 700 000 Euro in der nächsten UEFA-Cup-Runde. Zusätzliche Einnahmen verspricht der Wechsel des Hauptsponsors. Nach dem vorzeitigen Ausstieg des Investment-Unternehmens ADIG aus dem bis 2007 datierten Vertrag am Saisonende, steht der HSV vor einer Einigung mit der arabischen Fluggesellschaft Emirates. Das Unternehmen, das bereits Hauptsponsor des FC Chelsea war und ab der nächsten Saison auch den FC Arsenal unterstützt, will für vier Jahre rund 20 Millionen Euro an die Elbe überweisen. Im März startet Emirates eine direkte Flugverbindung zwischen Hamburg und Dubai.


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