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Schiedsrichter-Chef Roth sieht Skandal überstanden | 2005-12-19


Düsseldorf - Nach der Aufarbeitung des Wettbetrugsskandals um Robert Hoyzer hat der deutsche Schiedsrichter-Chef Volker Roth die Affäre zu den Akten gelegt.

Das war eine schlimme Belastung für uns. Ich denke noch heute manchmal, dass dies alles gar nicht möglich war. Aber es gab auch eine große Solidarität von Seiten der Staatsanwaltschaft, des DFB und auch der Journalisten, sagte der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses der dpa. Dem internationalen Ruf der deutschen Referees habe der Skandal nicht geschadet. Für die WM 2006 werden in Markus Merk und Herbert Fandel womöglich erstmals zwei DFB-Schiedsrichter nominiert.

Mit nur 18 Unparteiischen für die 153 Bundesligaspiele der Hinrunde in der Fußball-Bundesliga hat Roth die kleinste Mannschaft, die es je gab, ins Rennen geschickt. Es gibt aber nichts, was zu Schwierigkeiten geführt hat, befand Roth. Dabei haben sich vor allem die Liga-Neulinge bewährt. Gerade unsere jungen Schiedsrichter wie Felix Brych, Manuel Gräfe, Günter Perl und Babak Rafati haben sich problemlos eingegliedert, sagte Roth.

So hat der 32 Jahre alte Berliner Gräfe beim Spiel zwischen dem von der Kopfstoß-Affäre überschatteten Spiel zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln mit kühlem Kopf weitere Eskalationen verhindert. Das war sehr erfreulich und zeigt die gute Ausbildung, die solche Dinge auch beinhaltet, meinte der Schiedsrichter-Chef, der im Laufe der Rückrunde in Jürgen Jansen und Jörg Keßler eventuell Verstärkung für sein Team erhält. Beide Schiedsrichter müssen nach längere Pause aber zunächst ihre Leistungsprüfung absolvieren.

Rekordmann unter Deutschlands Referees war einmal mehr Markus Merk. Der beste Unparteiische des DFB hat 14 von 17 Bundesligaspielen gepfiffen und mit neun Einsätzen in Serie vom Start weg einen Rekord aufgestellt. Wenn man dann noch die internationalen Spiele dazurechnet, muss ich sagen, auf so viele Einsätze kommt ja nicht einmal ein Spieler, sagte Merk, der auch schon mal eine freiwillige Pause einlegt. Man muss in seinen Körper hineinhorchen. Wenn es zwickt und zwackt, muss man auch mal pausieren.

Vor allem im internationalen Bereich haben die deutschen Schiedsrichter gut abgeschnitten. In 32 Europapokal- und 7 WM- Qualifikationsspielen haben sie bis auf ein Spiel sehr gute Bewertungen erhalten. Aus diesem Grunde ergaben sich auch viele Anforderungen anderer Verbände. So haben Wolfgang Stark Ligaspiele im Iran, Peter Sippel in Katar, Franz-Xaver Wack in Bulgarien und Florian Meyer in Tunesien gepfiffen.

Das nährt die Hoffnung, dass bei der WM im kommenden Jahr eventuell in Merk und Fandel zwei deutsche Unparteiische nominiert werden. Es gibt bei der FIFA derzeit Diskussionen darüber, dass aus bestimmten Ländern zwei Schiedsrichter zur WM kommen, meinte Roth. Nach dem guten Abschneiden auf internationalem Parkett dürfte der DFB gute Karten haben, zwei Referees ins WM-Rennen zu schicken.


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