Mönchengladbach - Mit drei Siegen in Serie hat sich Borussia Mönchengladbach auf Rang sechs der Fußball-Bundesliga katapulitiert - und der einstige Abstiegskandidat vom Niederrhein genießt den Höhenflug auf niedrigem Niveau.
Wir haben 14 Zähler, die hat nicht jeder. Am Punkte- und Tabellenstand können wir uns jetzt zwei Wochen lang erfreuen, sagte Borussen-Sportdirektor Peter Pander nach dem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg über den FSV Mainz 05.
Unter Trainer Horst Köppel bleiben die Borussen zu Hause weiter ungeschlagen, eroberten die beste Platzierung seit drei Jahren und ließen das Gerede über Differenzen zwischen Coach, Sportdirektor und Team vorerst verstummen. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Mannschaft und ich sehr gut zusammenpassen. Eine Krise habe ich auch nie gesehen, versicherte Köppel. Auch der Portugiese Zé Antonio (32.), der vor 47 026 Fans per Kopf das Tor des Tages erzielt hatte, schrieb den Erfolg vor allem einer gut funktionierenden Gemeinschaft zu. Horst Köppel verdient diesen Erfolg, sagte der Verteidiger.
Durch drei Dreier hat sich die Borussia innerhalb von nur elf Tagen an die vorderen Plätze heran gearbeitet und ist nun sogar auf Tuchfühlung zu den UEFA-Cup-Rängen. Obwohl gleich sechs aktuelle oder ehemalige Nationalspieler (Ziege, Sonck, Bögelund, Helveg, Böhme, Thijs) nicht zur Verfügung stehen und Köppel weiterhin auf den angeschlagenen Stürmerstar Giovane Elber (Man hat mich krank geschrieben, ohne mich zu fragen) verzichtet, hat der Coach nun eine Stammformation gefunden, die über einiges Potenzial verfügt.
Dieser Kader rechtfertigt es, dass wir uns auch mal höhere Ziele setzen, erklärte Pander, bremste aber zu große Erwartungen: Unser Ziel bleibt es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Diese Sichtweise macht Sinn, denn noch bleiben einige Wünsche offen. Die Elf bringt die volle Leistung meist nur über die halbe Distanz. So geriet auch dieser Sieg nach einer Mainzer Steigerung in der 2. Spielhälfte arg in Gefahr. Köppel gab zu: Da hatte man den Eindruck, dass wir und nicht Mainz am Donnerstag im UEFA-Cup gespielt haben.
Neben Zé Antonio und Kasey Keller gehört Eigengewächs und Jung- Nationalspieler Marcell Jansen zu den Leistungsträgern. Und in Marvin Compper, der für den verletzten Jeff Strasser eingewechselt wurde und sein Bundesliga-Debüt gab, steht ein weiterer Hoffnungsträger aus dem eigenen Nachwuchs parat. Das hat Spaß gemacht. Mein ganzes Fußball- Leben habe ich darauf gewartet, sagte Compper nach seiner gelungenen Premiere. Auch Köppel fand Gefallen am unbekümmerten Auftritt des U 20-Nationalspielers: Ich war sehr angetan von Marvins Leistung.
Weniger Grund zur Freude hatte Köppels Kollege Jürgen Klopp nach der sechsten Niederlage im achten Saisonspiel und dem Abrutschen auf Platz 17. Wir sind für einen Fehler hart bestraft worden. Wir müssen nun die zwei Wochen Pause nutzen, um den Kopf frei zu kriegen und mal die Beine baumeln zu lassen, sagte Klopp. Auch FSV-Manager Christian Heidel kommt nach den englischen Wochen mit den Auftritten im UEFA- Cup die Länderspiel-Pause gelegen: Man merkt schon, dass das Team ziemlich down ist. Sieben Spiele in 22 Tagen gehen an die Substanz. Vor allem Petr Ruman und Mohamed Zidan, die beste Chancen vergaben, dürfte eine Auszeit gut tun. Wir haben halt keinen Roy Makaay, der aus keiner Chance ein Tor macht, resümierte Klopp.
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