Hamburg - Pokalschreck FC St. Pauli hat das große Los gezogen und träumt von der wirtschaftlichen Konsolidierung, Mainz 05 verflucht allmählich sein Pech als Vielreisender.
Während Glücksfee Celia Okoyino da Mbabi den Mainzern bei der mitternächtlichen Auslosung des DFB-Pokal-Viertelfinales ausgerechnet Titelverteidiger FC Bayern München und damit neben der wohl schwersten Aufgabe bereits das achte Cup-Auswärtsspiel in Serie bescherte, freut sich der Regionalligist auf das lukrative Gastspiel des Nord-Rivalen Werder Bremen. Ein unglaubliches Los, jubelte St. Pauli-Coach Andreas Bergmann angesichts des zu erwartenden finanziellen Reibachs. Jetzt hoffen wir auf eine Live-Übertragung im Fernsehen.
Der letzte Amateur-Club im Wettbewerb, der schon die Zweitligisten Wacker Burghausen und VfL Bochum eliminiert hatte, sorgte mit dem 4:3 nach Verlängerung über den Bundesligisten Hertha BSC für den nächsten Cup-Coup. Drei Stunden später holte Nationalspielerin da Mbabi als vorweihnachtliche Gabe das Glückslos aus dem Topf. Sportlich ist das Duell mit Werder am 24./25. Januar 2006 zwar eine harte Nuss, aber finanziell für den mit 1,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten und einer Million Steuerschulden belasteten Kiez-Club wie ein Sechser im Lotto: Auch wenn die Partie am Millerntor und nicht in der großen AOL-Arena steigen soll, könnte der Schuldenberg fast halbiert werden.
Das achte Auswärtsspiel in Serie sorgte in Mainz für Enttäuschung. Wir hatten jahrelang kein Heimspiel - das ist eine Seuche, klagte Manager Christian Heidel. Das bisher letzte Cup-Heimspiel bestritten die 05er am 11. Dezember 2001 (2:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern). Wenn aber auswärts, dann bei den Bayern. Wir haben damit keine Probleme, es ist alles drin, glaubt Heidel. Total zufrieden war dagegen Felix Magath nach dem 1:0 nach Verlängerung über den Hamburger SV. Unser Glück ist, dass wir wieder ein Heimspiel haben. Wir wollen weiter kommen, sagte der Bayern-Coach. Schon einmal glückte dies den Bayern im Viertelfinale gegen Mainz: Am 22. Dezember 1999 besiegte man den damaligen Zweitligisten im Olympiastadion 3:0.
Arminia Bielefeld hat nach dem 2:0 über die SpVgg. Unterhaching mit Kickers Offenbach (4:3-Sieger im Elfmeterschießen bei Hansa Rostock) erneut einen Zweitligisten zu Gast. Zu Hause gegen die Kickers ist die Favoritenrolle klar verteilt. Wir unterschätzen Offenbach keinesfalls, wir nehmen diesen Gegner ernst, äußerte Trainer Thomas von Heesen. Der TSV 1860 München hofft gegen Eintracht Frankfurt auf den erstmaligen Halbfinal-Einzug seit 1964. Letztes Jahr haben wir in der 2. Liga gegen Frankfurt zwei Mal gewonnen, sagte Trainer Reiner Maurer. Das gleiche Ziel verfolgt Frankfurts Trainer nach dem 4:1 im Elfmeterschießen über den 1. FC Nürnberg und dem i-Tüpfelchen auf das sehr, sehr gute Jahr. Friedhelm Funkel weiter: Wir haben eine gute Chance, ins Halbfinale zu kommen.
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