München - Die Zukunft der Bundesliga-Berichterstattung im Pay-TV bleibt für die Fans einen Tag nach der Rechtevergabe weitestgehend im Dunkeln. Das Unternehmen Arena Sport Rechte und Marketing GmbH wollte bislang keine Details nennen.
Konkrete Angaben werde es erst im Frühjahr 2006 geben, sagte Bernard de Roos, der Sprecher der Arena-Geschäftsführung. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) ließ viele Fragen offen, nachdem sie am 21. Dezember die neuen Verträge mit einem Gesamterlös von 1,24 Milliarden Euro und einer breiten Free-TV-Berichterstattung bekannt gegeben hatte.
Was, wie und von wem zukünftig berichtet wird, verriet der Arena-Geschäftsführer nicht. Der niederländische Medienmanager wiederholte fast nur die bereits bekannten Eckdaten. So werde das Pay-TV-Angebot von der Saison 2006/2007 an unter 20 Euro pro Monat liegen. Die 3,4 Millionen Kunden von Premiere seien mit ihrem Decoder technisch ausreichend ausgerüstet, erklärte de Roos. Der bisherige Bundesliga-Partner Premiere war bei der Rechtevergabe leer ausgegangen und hatte durch Geschäftsführer Georg Kofler kritisiert: Ich bin schon erstaunt, dass sie die Pay-TV-Rechte einem Nobody anvertrauen.
Arena strebt wie erwartet eine Kooperation mit dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) an. Ich gehe davon aus, sagte der Geschäftsführer der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH, Bernard de Roos, in München. Bereits vor Vergabe der Rechte war über eine Zusammenarbeit der Arena-Muttergesellschaft Unity Media und KDG spekuliert worden. Allerdings schloss de Roos auch eine Sublizenzierung von Übertragungsrechten an den Bezahlsender Premiere nicht kategorisch aus.
KDG verfügt mit knapp zehn Millionen angeschlossenen Haushalten über eine größere Reichweite als die drei zu Unity Media gehörenden Kabelnetzfirmen Ish, Iesy und Telecolumbus, die etwa sieben Millionen Haushalte versorgen. Zudem verfügen die Münchner über ein eigenes Pay-TV-Angebot mit etwa 320 000 Kunden. Unity/Arena muss sich nach Kooperationspartnern umsehen, um die der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zugesagte flächendeckende Abdeckung sicherstellen zu können.
De Roos bezeichnete den Zeitpunkt als zu früh, um Details zu nennen: Wir haben verschiedene Szenarien und führen Gespräche mit anderen Kabelbetreibern. Klar sei, dass der neue TV-Sender nicht unter dem Namen Arena vorgestellt werde. Wir bauen eine eigene neue Redaktion in München auf. Das ist einer der besten Medienstandorte. Arena werde sich die beste Produktion und Redaktion leisten. Namen wollte er nicht nennen.
Die sieben Monate bis zum Start der neuen Sasion hält de Roos für ausreichend und sagte: tm3 haben wir in drei Wochen aufgebaut. Der Niederländer hatte bei dem inzwischen nicht mehr existierenden Kleinsender gearbeitet, der 1999 die Champions-League-Rechte erworben und nach einer Saison schon wieder verloren hatte.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bat um Karenzzeit für den neuen Pay-TV-Partner, der den Großteil der 420 Millionen Euro pro Saison bezahlen muss. Wir hätten die Rechte nicht vergeben, wenn uns die Pläne nicht bekannt wären, sagte Seifert. Er versicherte: Arena wird frühzeitig - wenn auch nicht 24 Stunden später - sagen, wann das Produkt läuft, wie es heißt, auf welchem Kanal man es empfangen kann, wer der Moderator ist, wie die Werbekampagne aussieht und welche Telefonnummer man anrufen muss.
Hinter Arena steckt die Kölner Unity Media, unter deren Dach die drei Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus firmieren. Laut de Ross wird noch mit Kabel Deutschland über eine Kooperation verhandelt. Er sei aber auch für andere Partner offen, selbst eine Sublizenzierung an Premiere sei möglich: Wir schließen nichts aus.
Übertragungen der Bundesliga-Spiele soll es auch im Internet geben. Für das weltweite Netz hat die Telekom die Rechte erworben. Fußball ist zweifelsohne ein sehr attraktives Angebot, sagte Telekom-Vorstandsmitglied Walter Raizner. Die Telekom baut ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz auf, mit dem Live-Übertragungen via Internet möglich sind. Ziel sei es, die Breitband-Penetration zu erhöhen.
Einen Tag nach der Vergabe der Fußball-Bundesligarechte an die Kabelnetzbetreibergesellschaft Arena haben die Medienwächter Vorbehalte angemeldet. Falls Arena selbst Fernsehen machen wolle, müsse dies rechtlich geprüft werden, erklärte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Wolfgang Thaenert, in Kassel.
Wenn Netz und Inhalt in einer Hand liegen, so hat das eine neue Qualität. Bei der kommentierten Übertragung der Fußballspiele handle es sich voraussichtlich um ein Rundfunkangebot. Dafür habe Arena keine Lizenz. Rundfunkrechtlich relevant könnte nach Angaben der DLM auch die Vergabe der Online-Rechte an die Deutsche Telekom werden. Auch in diesem Fall stehe eine Prüfung an, falls Netz und Inhalt in einer Hand liegen.
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