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Schobers Kopfstoß bleibt ungeahndet | 2005-12-22


Rostock - Die Fernsehbilder zeigen es eindeutig, doch dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sind nach der Kopfstoß-Affäre von Rostocks Torhüter Mathias Schober die Hände gebunden.

Ein nachträgliches Verfahren gegen Schober wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in Form einer Tätlichkeit konnte vom DFB- Kontrollausschuss nicht eingeleitet werden, da der Rostocker Torwart von Schiedsrichter Gräfe verwarnt wurde und somit eine positive Tatsachen-Entscheidung vorliegt, hieß es in einer DFB-Pressemitteilung.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen Hansa Rostock und Kickers Offenbach (3:4 im Elfmeterschießen) hatte Schober seinem Offenbacher Torhüterkollegen Sead Ramovic einen Kopfstoß versetzt und war dann theatralisch zu Boden gesunken. Manuel Gräfe (Berlin) bestrafte den Kickers-Keeper wegen einer angeblichen Tätlichkeit mit Rot, während Schober mit der Gelben Karte davonkam.

Der DFB hat das Verfahren gegen Ramovic noch am 22. Dezember eingestellt. Schiedsrichter Gräfe hatte in seinem Spielbericht einen Wahrnehmungsfehler seines Assistenten eingeräumt und erklärt, daraufhin den falschen Spieler vom Platz geschickt zu haben.

Wirksam bleibt dagegen die Rote Karte gegen den Offenbacher Feldspieler Zlatko Blaskic, der nach seinem groben Foulspiel für zwei Pokalspiele gesperrt wurde.

Der Fall Schober zeigte erstaunliche Parallelen zu Vorkommnissen im Bundesliga-Spiel am 6. Dezember zwischen dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln. Damals verpasste der inzwischen entlassene MSV-Trainer Norbert Meier dem Kölner Profi Albert Streit einen Kopfstoß und sank ebenfalls zu Boden. Meier verlor nach der dreimonatigen Sperre durch den DFB seinen Job beim MSV. Zudem muss der Fußball-Lehrer 12 500 Euro Strafe zahlen. Schiedsrichter in beiden Spielen war Manuel Gräfe.

Kopfschüttelnd stand Ramovic am Spielabend im Stadiongang und sprach mit zitternder Stimme: Schober hat angefangen. Er hat mir die Kopfnuss gegeben. Schober hat sich sogar bei mir entschuldigt. Da die Offenbacher zum Zeitpunkt des Platzverweises bereits drei Mal gewechselt hatten, musste Mittelfeldspieler Stephan Sieger beim Elfmeterschießen ins Tor.

Schober war sich hingegen keiner Schuld bewusst. Wofür soll ich mich entschuldigen, es ist doch nichts passiert, meinte der Hansa- Keeper. Er räumte jedoch ein, Ramovic provoziert zu haben. Das war aber kleine Kinderkacke, betonte er. Und: Wenn ich Schiedsrichter gewesen wäre, hätte ich uns beiden die Gelbe Karte gezeigt, denn weder Ramovic noch ich haben eine Kopfnuss verteilt. Ansonsten wären ja Spuren im Gesicht zu erkennen.

Dagegen meinte Offenbachs Vize-Präsident Thomas Kalt zu Schober: Schauen Sie sich die Fernsehbilder an. Diese zeigten deutlich, dass beim Gerangel zwischen beiden Torhütern Schober eine Kopfbewegung in Richtung Ramovic macht. Kalt gab seinem Torhüter allerdings eine Mitschuld.


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