Hamburg - Das Werben des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV um Lukas Podolski vom 1. FC Köln hat zu einem Streit zwischen beiden Vereinen geführt.
HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann wehrte sich gegen den Vorwurf des Kölner Managers Michael Meier, unredlich um den Nationalspieler geworben zu haben. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wir haben den 1. FC Köln informiert, obwohl wir überhaupt noch keine Vertragsverhandlungen geführt haben, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Meier hatte die Hamburger Bemühungen um Podolski zuvor als klares Fehlverhalten gegen den Codex der Deutschen Fußball Liga bezeichnet.
Wie die Zeitung weiter berichtete, haben Hoffmann und Meier am Montag bereits miteinander telefoniert, um die Unstimmigkeiten auszuräumen. Demnach werde Köln auf eine Beschwerde bei der DFL verzichten. Wir regeln das intern. Wir sind doch kein Kindergarten, sagte Meier.
Streitpunkt ist vor allem der Zeitpunkt und die Form der Kontaktaufnahme der Hamburger mit Podolski. Laut DFL-Statuten muss ein Interessent den aktuellen Verein vor der Aufnahme von Vertragsverhandlungen schriftlich informieren. Der HSV hatte sein Interesse an dem 20-Jährigen, der auch von Bayern München und Werder Bremen umworben wird, zu Weihnachten öffentlich gemacht. Podolskis Berater Kon Schramm bestätigte Kontakte zu den drei Vereinen; Verhandlungen habe es aber noch nicht gegeben.
FC-Präsident Wolfgang Overath bekräftigte am Dienstag unterdessen, dass er Podolskis nähere Zukunft in Köln sehe. Der Spieler gehört uns. Es ist nach wie vor unser Bestreben, den Vertrag einzuhalten oder zu verlängern, erklärte Overath. Zugleich verkündete er, dass mittlerweile noch mehr Vereine ihr Interesse am Nationalstürmer bekundet haben. Podolski, dessen Ablösesumme auf rund zehn Millionen Euro taxiert wird, will sich nach eigenen Angaben im Frühjahr für einen der buhlenden Vereine entscheiden.
Meier griff am Dienstag in Köln bei der Vorstellung des neuen Trainers Hanspeter Latour auch HSV-Trainer Thomas Doll an, der sich positiv über einen möglichen Wechsel Podolskis nach Hamburg geäußert hatte. Das ist eine Respektlosigkeit von Herrn Doll, unabhängig davon, dass es ein Verstoß ist, sagte Meier. Es ist ein ungewöhnlicher Akt, dass Doll eine Mannschaftsaufstellung mit einem Spieler macht, der bei einem anderen Verein unter Vertrag ist. Da haben schon andere Trainer wie Mourinho eine Geldstrafe erhalten.
Overath fügte hinzu: Wir wollen den vielleicht besten deutschen Spieler der letzten Jahre zu Hause halten. Da kann der HSV reden, was er will. Das lässt mich kalt. HSV-Coach Doll konterte nach dem Trainingsauftakt seiner Mannschaft: Wir haben uns fair verhalten. Lukas ist Hauptdarsteller, er wird entscheiden, wo es hingeht.
Werder-Manager Klaus Allofs übte indirekt Kritik an den Hamburger Bemühungen. Ich frage mich, wie der HSV das bezahlen will. Wenn wir 21 Millionen Euro Schulden hätten, würde uns der Aufsichtsrat so einen Transfer nie genehmigen, sagte er. Hoffmann wies dies zurück: Die 21 Millionen haben mit dem Tagesgeschäft nichts zu tun. Das ist unser negatives Eigenkapital, dem der Wert des Stadions und der Mannschaft gegenüberstehen.
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