Budapest - Das Chaos an der Spitze des Ungarischen Fußball-Verbandes (MLSZ) gefährdet nun auch die gemeinsame ungarisch-kroatische Bewerbung um die Austragung der Europameisterschaft 2012.
Die Bewerbung ist ungewiss, erklärte der Vorsitzende des ungarischen Organisationskomitees, Tamas Gyarfas, im Fernsehen. Zuvor hatte sich das Präsidium des MLSZ nach heftigen internen Konflikten praktisch selbst aufgelöst, womit auch das Mandat des Verbandspräsidenten Imre Bozoky erloschen war.
Wie Gyarfas weiter ausführte, stehen noch nicht einmal die ungarischen Spielstätten für eine eventuelle EM fest. Zum Beispiel ist immer noch nicht entschieden, ob der Budapester Schauplatz, das Nepstadion, abgerissen oder renoviert wird, sagte er. Gyarfas war vom MLSZ-Präsidium praktisch in letzter Minute zum Leiter des Organisationskomitees bestellt worden. Der Vize-Präsident des Ungarischen Olympischen Komitees war zuvor als Journalist und Fernsehproduzent bekannt geworden.
Nach der Ernennung von Gyarfas wurde das Gremium durch den Rücktritt zweier Mitglieder beschlussunfähig. Offenbar besteht nun die Gefahr, dass die ungarische Abordnung mit leeren Händen dasteht, wenn die EM-Bewerbung auf der ersten gemeinsamen ungarisch-kroatischen Regierungssitzung am 26. und 27. Januar in Zagreb erörtert wird.
Ein weiterer Geschädigter des Machtkampfs im ungarischen Fußballverband ist der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Sein Vertrag als Nationaltrainer lief am 31. Dezember des Vorjahrs ab. Bis zur Wahl eines neuen Präsidiums kann dieser nicht verlängert werden.
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