Sport News :: Fussball News

SPORT NEWS:

SPORTWETTEN:

POKER

ARCHIV:

LINK EXCHANGE:

Hoeneß verteidigt heikle Bayern-Reise in den Iran | 2006-01-12


Dubai - Mitten im eskalierenden Konflikt um das iranische Atomprogramm unternimmt der FC Bayern München eine heikle Reise nach Teheran.

Der Fußball-Rekordmeister unterbricht für knapp zwölf Stunden sein Trainingslager in Dubai, um morgen vor vermutlich 100 000 Zuschauern im Asadi-Stadion ein Testspiel gegen Persepolis Teheran zu bestreiten, den Ex-Club von Bayerns Mittelfeldspieler Ali Karimi. Allerdings ist die Austragung der Partie durch anhaltenden Schneefall in der iranischen Hauptstadt gefährdet.

Spätestens der Atom-Konflikt hat das Bayern-Gastspiel unweigerlich zu einem Politikum gemacht. Wegen der antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war bereits zuvor Kritik an der Partie laut geworden, für die der Bundesliga-Spitzenreiter laut Hoeneß ein sehr gutes Honorar erhält. Dem Vernehmen nach soll es sich um rund 250 000 Euro handeln. Auch Hoeneß rechnet mit einigen kritischen Stimmen. Das eine oder andere Kopfschütteln wird es geben, meinte der Manager in Dubai. Aber wir spielen für das iranische Volk, nicht für das Regime, betonte der Manager.

Die Bayern verweisen auf eine strenge Trennung von Politik und Sport. Diese wird jedoch von den Gastgebern keineswegs geteilt. Die politischen Aspekte des Spiels sind für uns genauso wichtig wie die finanziellen, sagte Mohammad-Hassan Ansarifard, der Vorstandschef von Persepolis dem iranischen Nachrichtensender Chabar. Die Reise der Bayern zeige, dass es keine politischen Bedenken gegen Iran gibt.

Hoeneß wendet sich entschieden gegen Vorwürfe, der führende deutsche Club lasse sich politisch instrumentalisieren. Ich habe mich in meinem Leben noch nicht missbrauchen lassen, sagte er. Im Gegenteil: Wir befördern die Kommunikation durch so eine Aktion eher, als dass wir sie behindern. Kommunikation ist wichtig, nicht Konfrontation. Mit Verhandlungen statt Sanktionen sei der Konflikt mit dem Iran politisch lösbar: Nicht heute, aber über Jahre.

Das Spiel findet auf Einladung von Persepolis statt. Organisiert wird es von Reza Fazeli, dem Berater der iranischen Bundesliga-Profis Karimi, Vahid Hashemian (Hannover 96) und Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV). Von Fazeli, der in ähnlicher Funktion auch beim 2:0-Sieg der Nationalmannschaft gegen Iran im Oktober 2004 in Teheran tätig war, haben die Bayern nach eigenen Angaben auch ihre Gage erhalten.

In Iran wird dagegen spekuliert, dass wegen der politischen Aspekte das Geld aus dem Propaganda-Budget der Regierung bezahlt worden ist. Grund für die Vermutungen ist, dass Persepolis seit Monaten seine Spieler-Gehälter nicht bezahlt, nun aber so viel Geld ausgibt, damit der Neunte der iranischen Liga gegen die drittbeste Mannschaft der Welt spielt, wie die Zeitung Chabar schrieb.

Karimi bezeichnete die Dienstreise in sein Heimatland als eine große Ehre. Das ganze iranische Volk freut sich auf dieses Spiel, sagte Irans derzeit größter Fußballstar. Seine Bayern-Teamkollegen hielten sich mit politischen Kommentaren zurück, äußerten dafür sportliche Vorfreude. Nationalspieler Sebastian Deisler erinnerte an die tolle Atmosphäre beim Spiel mit der Nationalmannschaft. Ich spiele lieber vor 100 000 Zuschauern ein Freundschaftsspiel als vor 2000, meinte Nationaltorhüter Oliver Kahn. Und Philipp Lahm, der vor 15 Monaten beim Länderspiel ebenso wie Deisler dabei war, bemerkte trotz der aktuellen politischen Krise: Mir ist nicht mulmig.

Warm anziehen müssen sich die Bayern-Profis dennoch. Während sie in Dubai am Donnerstag bei fast 30 Grad trainierten, schneite es in Teheran. Abgesehen von der Kälte dürfte der Platz im Asadi-Stadion wegen einer fehlenden Rasenheizung in einem schlechten Zustand sein.

Ein Airbus der iranischen Charterflug-Gesellschaft Mhahn-Air wird den Bayern-Tross am frühen Morgen zu seinem zweiten Iran-Besuch nach 1972 nach Teheran bringen. Schon 90 Minuten nach Spielende soll der zweistündige Rückflug nach Dubai erfolgen. Nur 12 Stunden soll der Ausflug über den Persischen Golf insgesamt dauern, ein Rahmenprogramm ist nicht vorgesehen. Wir sind ein Fußballverein, der den Leuten Spaß machen will. Das ist unsere Aufgabe, mehr nicht, sagte Hoeneß.


Sampdorias Flachi positiv auf Kokain getestet
Siegen springt nach 1:0 gegen Darmstadt auf Platz 2
Ahlen feiert gegen Saarbrücken ersten Saisonsieg
Koblenz gewinnt Spitzenspiel in Augsburg
Unterhaus mit Massenendspurt im Aufstiegsrennen
Seleçao startet mit Euphorie in WM-Vorbereitung
UEFA-Präsidentschaft
Aachen trennt sich von Stürmer Salou
Sammer rechnet mit schwieriger Saison für VfB
Ladenschluss verändert sich zur WM

1858 | 1275 | 1028 | 1852 | 1659 | 13860 | 13491 | 13977 | 13823 | 13455 |