Frankfurt/Main - Deutschlands Spitzenschiedsrichter pfeifen weiter auf hohem Niveau und haben für konstant gute Leistungen auf ihrer traditionellen Halbzeit-Tagung Lob von höchster Stelle geerntet.
Ich bin stolz auf die Spitzenschiedsrichter im DFB-Bereich und habe großen Respekt vor ihrer Arbeit. Sie setzen Akzente für viele junge Nachwuchsschiedsrichter, sagte der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, bei dem dreitägigen Treffen in Frankfurt/Main. Auch international seien deutsche Unparteiische konkurrenzfähig und genießen große Reputation, meinte Zwanziger.
Bestnoten verteilte der DFB-Schiedsrichter-Ausschuss für die 39 Referees der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga, zu denen auch der im Schiedsrichter-Wettskandal rehabilitierte Essener Jürgen Jansen wieder gestoßen war. Die Leistungen unserer Schiedsrichter in der Hinrunde waren außerordentlich gut, ihre Durchschnittsnoten extrem gut, zog der Ausschuss-Vorsitzende Volker Roth eine positive Halbzeitbilanz.
Video-Analysen und ein neuer Leistungstest standen im Mittelpunkt der unter dem Motto Verbesserung der Leistung stehenden Tagung, die mit einer Diskussion und der Analyse von Spielsituationen zu Ende ging. Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel konfrontierte die Unparteiischen mit 42 strittigen Spielszenen aus der Vorrunde, die erstmals auch von den Referees in drei Gruppen selbstkritisch beurteilt wurden. Uns geht es schon seit Jahren um die Vereinheitlichung der Entscheidungen. Dass dabei auch Fehler gemacht werden, liegt in der Natur der Sache. Schiedsrichter sind schließlich auch nur Menschen, sagte Strigel.
Hohe Anforderungen an die physische Verfassung der Schiedsrichter stellte ein an die Stelle des bisherigen Ausdauertests (Cooper- Test) getretener Intervall-Belastungstest, der vom Weltfußballverband FIFA ab 2007 zwingend vorgeschrieben ist. Auf einer zehn Mal zu umrundenden 400-Meter-Bahn werden für jeweils 150 Meter 30 Sekunden verlangt, bei der Erholungsphase über 50 Meter jeweils 35 Sekunden. Beim Kurzstreckensprint über sechs Mal 40 Meter zur Überprüfung der Antrittsschnelligkeit werden jeweils 6,2 Sekunden für die Schiedsrichter und 6 Sekunden für ihre Assistenten an der Seitenlinie gefordert.
Die Schiedsrichter müssen schon topfit sein, um diesen absolut praxisbezogenen Test zu bestehen, meinte Weltschiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern), der ebenso wie der andere deutsche WM-Kandidat Herbert Fandel (Kyllburg) den Test bereits erfolgreich absolviert hat. Bei den Sommer-Lehrgängen für die Saison 2006/2007 sollen alle Bundesliga-Schiedsrichter auf diesen Prüfstand. Obmann Roth: Unsere Schiedsrichter sind alle so ehrgeizig. Ich habe keine Bedenken, dass sie den Test bestehen werden.
Beim Gedankenaustausch mit den Referees streifte DFB-Präsident Zwanziger auch das vom Wettskandal belastete letzte Jahr und meinte: Vergessen darf man das nie. Das wäre der Einstieg in eine neue Fahrlässigkeit. Als Ziel nannte Zwanziger die Persönlichkeitsstärke junger Schiedsrichter gegen Verführungs- und Gefahrenpotenzial zu stärken.
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