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Assauer Mächtigster Mann auf Schalke | 2006-01-15


Gelsenkirchen - Rudi Assauer will sich beim FC Schalke 04 nicht mit einer Rolle als Vereinsrepräsentant begnügen.

Der scheidende Manager, der beim Fußball-Bundesligisten am 1. August 2006 auf Geheiß des Aufsichtsrates das Amt des Präsidenten übernehmen soll, setzt sich gegen Schlagzeilen über seine Entmachtung zur Wehr. Jetzt gibt es die übereinstimmende Meinung, dass ich keineswegs ein Präsident sein werde, der lediglich Grab- und Geburtstagsreden halten wird. Die Satzung weist aus, dass ich als Präsident der mächtigste Mann auf Schalke bin, sagte Assauer zwei Tage nach der vielbeachteten Personalentscheidung in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Von einem Posten als Frühstücksdirektor ohne Einfluss könne nach seiner Einschätzung nicht die Rede sein: Ich werde weiter meine Meinung zu sportlichen Entscheidungen einbringen. Ein versöhnliches Gespräch mit dem im vereinsinternen Machtkampf überlegenen Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies habe zur Glättung der Wogen beigetragen: Zugegeben, es hat Differenzen zwischen uns gegeben. Mein Ehrenwort - die sind ausgeräumt, sagte Assauer.

Mit dem künftig für alle sportlichen Belange verantwortlichen Manager Andreas Müller strebt er eine gute Zusammenarbeit an: Ich selbst habe Andy ausgesucht, weil ich früh gespürt habe, dass er die Fähigkeiten besitzt, ein guter Manager zu sein. Ich bin heute sicher, dass ich mich nicht getäuscht habe. Berichte von einer bisherigen Alleinherrschaft auf Schalke hält Assauer für irreführend: Ich habe mich manchmal selbst darüber gewundert, wie viel Macht ich angeblich allein ausüben würde. Dass ich ein guter Teamspieler bin, wollten manche Leute partout nicht zur Kenntnis nehmen.

Auf kritische und hämische Kommentaren aus der Fußball-Szene will Assauer nicht reagieren: Ich habe oft genug gegen Leute geholzt, wenn mir was nicht an ihnen passte. Also muss ich jetzt auch einstecken können. Ich kann es, sagte er. Für diverse Fehlgriffe in den vergangenen Jahren bei der Suche nach einem neuen Trainer sei er nicht allein verantwortlich: Vorstand und Aufsichtsrat haben bei allen Entscheidungen grünes Licht gegeben.


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