München - Die Fußball-Lehrer waren sich vor der Saison einig: Die Bundesliga-Absteiger Hansa Rostock, VfL Bochum und SC Freiburg waren für die Mehrzahl der Trainer der 2. Bundesliga die klaren Favoriten für den Gang in die Eliteliga.
17 Spieltage später muss sich jedoch auch mancher Experte verwundert die Augen reiben: Nur Bochum startet von einem Aufstiegsplatz in die Rückrunde, Freiburg verharrt in Lauerstellung und Rostock rangiert - bei einem Spiel weniger - nur abgeschlagen auf dem 13. Platz.
Das gesamte Team ist in der Pflicht, den Wiederaufstieg zu schaffen. Da gibt es keine Alibis, sagte Rostocks Vorstandschef Manfred Wimmer vor der Saison. Trainer Jörg Berger ahnte da wohl schon Böses: Die 2. Liga ist unberechenbar und kein Wunschkonzert, sagte der Coach - und musste nach zwei Auftaktpleiten Frank Pagelsdorf Platz machen. Doch auch Bergers Nachfolger ist bisher nicht auf Erfolgskurs: Gerade einmal sechs Siege schaffte Rostock, selbst bei einem Erfolg im Nachholspiel bei Dynamo Dresden hätte der Ostsee-Club noch fünf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz.
Die Luft ist gereinigt für einen Neuanfang, sagte Freiburgs Rekord-Trainer Volker Finke nach nur 18 Punkten in der Bundesliga-Abstiegssaison hoffnungsvoll vor Beginn der Spielzeit. Doch so überlegen die Freiburger zahlreiche Partien auch bestritten, vor dem Tor bewiesen sie mehrfach ihre mangelhafte Durchschlagskraft und müssen sich im Zwischenklassement mit Rang sechs begnügen. Besser machte es vor allem in den Schlussminuten Mitabsteiger Bochum: Gleich in vier Partien erzielten die Mannen von Trainer Marcel Koller das erlösende Siegtor erst kurz vor dem Abpfiff und liegen auf dem zweiten Rang.
Wir sind regelrecht zum Aufstieg verdammt, gestand Karl Auer, Präsident von TSV 1860 München vor der Saison. Doch vor allem in der neuen Allianz Arena präsentierten sich die Löwen mit vier Niederlagen alles andere als erstligareif, zur Halbzeit liegen die Münchner zwei Punkte hinter dem Überraschungsdritten Greuther Fürth auf Platz fünf. Dagegen hat Alemannia Aachen mit einer Punktlandung Kurs auf die Bundesliga genommen: Die Rheinländer setzten sich erstmals am letzten Spieltag der Hinserie an die Tabellenspitze und gehen als Herbstmeister in die Rückrunde.
So wenig dominierend sich die Bundesliga-Absteiger präsentierten, so frisch spielten bisher die Neulinge Eintracht Braunschweig und SC Paderborn auf. Die Ostwestfalen stehen mit neun Punkten Abstand zu einem Abstiegsplatz auf Rang acht, der Traditionsclub aus Niedersachsen ist Neunter. In dicken Abstiegsnöten nach gutem Liga-Start stecken die Sportfreunde Siegen und Kickers Offenbach.
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