Bonn - Die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt haben ihren großen Rivalen Turbine Potsdam entthront und zum dritten Mal nach 1999 und 2002 den DFB-Hallen-Cup gewonnen.
Der deutsche Meister setzte sich vor knapp 3000 Zuschauern in der ausverkauften Bonner Hardtberghalle dank eines Tores von Meike Weber im Finale gegen den FCR Duisburg mit 1:0 durch. Die Frankfurterinnen durften sich über eine Siegprämie von 2500 Euro freuen, der FCR nahm 1500 Euro mit nach Hause.
Die Torschützenkrone sicherte sich Isabelle Bachor (6 Treffer) vom Gastgeber SC 07 Bad Neuenahr, Nationalspielerin Renate Lingor (FFC Frankfurt) wurde als beste Spielerin des Turniers geehrt. Das Jahr fängt gut an, sagte FFC-Manager Siegfried Dietrich, und Lingor freute sich: Es hat viel Spaß gemacht. Ein positives Fazit zog auch Hannelore Ratzeburg, die Vorsitzende des Frauenfußball-Ausschusses: Das war ein gelungenes Fußballfest. Es gab viele interessante und spannende Spiele. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.
Platz drei bei der 13. Auflage des Budenzaubers, an dem alle 12 Bundesligisten teilnahmen, teilten sich die unterlegenen Halbfinalistinnen Bad Neuenahr und SC Freiburg. Cup-Verteidiger Turbine Potsdam war überraschend bereits im Viertelfinale mit 2:3 an Freiburg gescheitert. Damit verpassten die Brandenburgerinnen nach Siegen 2004 und 2005 den Hattrick beim Oddset-Cup.
Als Ehrengäste waren der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger und Nationalelf-Manager Oliver Bierhoff in die ehemalige Bundeshauptstadt gekommen. Während Zwanziger als bekennender Frauenfußball-Fan dort bereits zum wiederholten Mal zu Gast war, schnupperte Bierhoff erstmals die Atmosphäre in Bonn. Es ist eine tolle Stimmung hier vor ausverkauftem Haus, sagte Bierhoff, der sich über ein kleines Geschenk freuen durfte. Birgit Prinz, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen der Nationalelf für den EM-Gewinn 2005 geehrt wurde, überreichte Bierhoff viereinhalb Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft in Deutschland einen aus Schokolade gefertigten WM-Pokal. Damit ihr schon mal wisst, wie er aussieht, sagte die DFB-Spielführerin schmunzelnd.
Weltmeisterin Prinz reiste wie andere Stammkräfte nicht mit ins einwöchige Winter-Trainingslager der Nationalmannschaft nach Cadiz/Spanien. Dafür lud Cheftrainerin Silvia Neid einige junge Nachwuchskräfte ohne A-Länderspiel-Erfahrung ein wie Babett Peter, die vorige Woche von Lok Leipzig nach Potsdam wechselte, Patricia Hanebeck (Duisburg) oder Karolin Thomas (Potsdam). Ich will sehen, wie sie auf hohem Niveau trainieren. Sie sollen langsam heran geführt werden, sagte Neid.
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