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Der Ball rollt wieder | 2006-01-23


Düsseldorf - Der WM-Countdown läuft. Mit den Viertelfinal-Partien im DFB-Pokal und dem Bundesliga-Rückrundenauftakt fällt der lang ersehnte Startschuss in das prall gefüllte Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft.

Pünktlich mit dem Ende der Winterpause hält allerdings arktische Kälte Einzug in Deutschland. Nachttemperaturen bis minus 20 Grad haben die Wetterfrösche für diese Woche vorhergesagt. Dennoch fiebert die Fußball-Gemeinde dem Wiederbeginn des Spielbetriebs entgegen. Nicht nur Bayern Münchens Nationalkeeper Oliver Kahn hat sich im WM-Jahr große Ziele gesetzt: Für die WM-Teilnehmer bietet sich die seltene Möglichkeit, in diesem Jahr vier Titel zu gewinnen.

Das neue Jahr beginnt, wie das alte endete - mit einem Pokalspiel der Bayern. Nur 33 Tage nach dem Sieg über den Hamburger SV muss der deutsche Rekordmeister bereits am 24. Januar im Viertelfinale gegen den FSV Mainz 05 antreten, weitere drei Tage später eröffnen die Münchner bei Borussia Mönchengladbach auch die Rückserie in der Bundesliga. Nach gelungener Vorbereitung sind die Bayern bereit für große Taten, wollen schon in dieser Woche die Grundlage für zwei von drei angestrebten Titeln legen. Die zweite Saisonhälfte ist die Zeit der Wahrheit, betonte Bixente Lizarazu, und auch Trainer Felix Magath hat die Ziele klar umrissen: Wir wollen in allen drei Wettbewerben ganz oben landen.

In der Meisterschaft gilt der Branchenprimus als großer Favorit. Sechs Punkte vor dem Hamburger SV, acht Zähler vor Werder Bremen, sogar 13 vor Schalke 04 - nur wenige Experten glauben, dass sich die Bayern ihren 20. Meistertitel noch nehmen lassen. Selbst Thomas Doll hat wenig Hoffnung. Niemand kann die Bayern stoppen, meinte der HSV-Coach, der seine Elf in erster Linie auch nicht als Bayern-Jäger sieht: Ich sehe uns mehr in der Rolle des Gejagten. Deshalb schauen wir nur auf uns. Wir wollen ins internationale Geschäft.

Ähnliche Töne sind auch von der übrigen Konkurrenz zu hören. Werder-Coach Thomas Schaaf meint immerhin, es sei noch zu früh, den Bayern zu gratulieren. Und Sportdirektor Klaus Allofs geht nicht davon aus, dass es den Bayern gelingt, noch einmal eine fast fehlerfreie Halbserie zu spielen. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger richtet sich entgegen dem allgemeinen Trend darauf ein, dass es oben und unten spannend bleibt, weil die Bayern auch noch Rückschläge hinnehmen müssten. Doch mehr Prickeln als das Titelrennen versprechen der Wettstreit um die Champions-League- und UEFA-Cup-Plätze sowie der Kampf gegen den Abstieg. Fast die Hälfte der Liga könnte in ihn verwickelt werden.

Gleich drei Clubs starten mit neuen Trainern in die Rückrunde, die bisher noch kein Bundesliga-Team verantwortlich betreut haben. Schalke baut auf den ehemaligen Rangnick-Assistenten Mirko Slomka (38). Der Schweizer Hanspeter Latour (58) soll den 1. FC Köln ebenso vor dem neuerlichen Absturz in die 2. Liga bewahren wie der ehemalige Nationalspieler Jürgen Kohler (40) den MSV Duisburg. Zu diesem Novizen-Trio gesellt sich Rückkehrer Klaus Augenthaler, der den VfL Wolfsburg nach verpatzter Hinrunde wieder auf Trab bringen soll.

Vor besonderen Herausforderungen bis zum WM-Start am 9. Juni in München stehen die Nationalspieler. Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der über Weihnachten und Neujahr Kraft tankte für die WM-Mission, wird fortan seine Kandidaten besonders im Auge behalten. Im Grunde würden sich die 23 WM-Spieler aus dem Kreis der 28 Akteure rekrutieren, die zum Leistungstest Anfang kommender Woche in Düsseldorf eingeladen werden, erklärte Klismann im Interview mit dem kicker (Montag-Ausgabe).

Dennoch lässt der Schwabe die Tür für einzelne Spieler, die noch besondere Leistungen zeigen, bis Mitte Mai offen. Der Kampf um die WM-Tickets geht also in die heiße Phase, Klinsmann erhöht den Druck auf die Kandidaten. Wir sind gespannt, in welcher körperlichen Verfassung sich die Nationalspieler in der Rückserie präsentieren. Sie wissen, was sie erwartet. Wir können uns keine Nachlässigkeiten erlauben, sagte Klinsmann, der sich vor allem keine Verletzungen seiner potenziellen WM-Fahrer wünscht. Bei vielen Clubs aber hat sich die Hoffnung auf einen sorgenfreien Start in die Rückrunde schon zerschlagen. Denn rund 50 Profis fehlen an diesem Wochenende wegen Verletzungen, Sperren oder Abstellungen für den Afrika-Cup.


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1606 | 1366 | 1468 | 1069 | 1805 | 13452 | 13790 | 13493 | 13838 | 13186 |