Monaco - Sämtliche Scorer-Statistiken sprechen für ihn, doch bisher hat der Hamburger SV mit der Vertragsverlängerung seines Top- Torschützen Sergej Barbarez gezögert.
Nachdem der 34 Jahre alte bosnische Nationalspieler und Spitzenverdiener (2,3 Millionen Euro Jahresgage) im Frühjahr Gespräche über einen stark leistungsbezogenen Arbeitsvertrag abgebrochen hatte, kommt nun aber doch wieder Bewegung in die Sache. Es ist kein Termin vereinbart, aber wir werden uns im Dezember mit den Spielern Barbarez, Beinlich und Benjamin zusammen setzen, um die sportliche Perspektive auszuloten, bestätigte HSV- Sportchef Dietmar Beiersdorfer der dpa in Monaco den grundsätzlichen Willen der Clubs zur Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Geht es nach Thomas Doll, wird Barbarez noch ein Jahr dranhängen. Er ist topfit und gibt in der Mannschaft den Ton an, sagte der 39- jährige Trainer, der in seiner aktiven Zeit noch mit dem Bosnier für die Norddeutschen zusammengespielt hat. Doch Manager Beiersdorfer zögert: Man sieht, dass Sergej sich wohlfühlt. Aber wir müssen die Perspektive der Mannschaft und die sportlichen Planungen ausloten.
Die Scorerliste der Bundesliga spricht allerdings klar für den torgefährlichen Offensiv-Spieler: Mit fünf Toren und sechs Vorlagen steht er derzeit an fünfter Stelle. Hinzu kommt das selbstbewusste Auftreten des abgebrühten Profis auf dem Feld, der mit 61 Toren in fünf HSV-Jahren so erfolgreich ist wie kein anderer Mitspieler.
Seine Stärken zeigte er zuletzt beim 2:0 gegen den MSV Duisburg: Zum wichtigen 1:0 traf er selbst, und dann überraschte der Bundesliga-Torschützenkönig von 2001 (22 Tore) die MSV-Spieler, als er einen Freistoß so schnell ausführte, dass Benjamin Lauth zu seinem ersten Bundesliga-Saisontor kam. Selbstlos wollte er zudem Emile Mpenza später einen Treffer schenken, statt selbst einzuschießen. Das ging zwar schief, doch Doll ist begeistert von so einem Teamplayer.
Barbarez selbst macht keinen Hehl daraus, dass er die Karriere in seiner Lieblingsstadt, wo er ein Haus besitzt, beenden möchte. Ich habe noch große Lust und meine Knochen halten. Ich werde sicher nächste Saison noch Fußball spielen. Zum Poker um seinen letzten lukrativen Kontrakt gehört dann aber auch diese Aussage: Sportlich läuft es gut, aber das muss heutzutage nicht das Entscheidende sein.
Da hat es der Verein mit Stefan Beinlich einfacher. Der 33 Jahre alte Mittelfeldakteur, der 2003 von Hertha BSC an die Alster gekommen ist, spielt in dieser Saison als Ideen- und Passgeber groß auf. Sein Bleiben bis 2007 dürfte Formsache sein. Ein positives Gespräch gab es bereits mit dem Abwehrspezialisten Bastian Reinhardt (29); Collin Benjamin (27) soll folgen. Der dauerverletzte Namibier muss jedoch die Rückrunde nutzen, um sich für einen neuen Kontrakt zu empfehlen.
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