Berlin - Mit einer trostlosen Nullnummer gegen den RC Lens hat Hertha BSC die Chance verpasst, vorzeitig die Weichen für ein Überwintern im UEFA-Pokal zu stellen.
Nach seiner enttäuschenden und mit gellenden Pfiffen bedachten Vorstellung gegen den französischen UI-Cup-Sieger vor nur 18 514 Zuschauern im Olympiastadion muss der Berliner Fußball-Bundesligist im nächsten Spiel der Gruppe C bei Sampdoria Genua unbedingt punkten, um den Einzug in die K.o.-Runde des Wettbewerbs nicht aufs Spiel zu setzen.
Wir hatten zu viel Respekt, aber wir können die nötigen Punkte noch machen, kündigte Hertha-Trainer Falko Götz eine Trotzreaktion für die Partie in Genua an. Es war mit Sicherheit kein Leckerbissen, aber Lens ist auch keine Mäusetruppe. Wir müssen zufrieden sein, gab Niko Kovac zu, während Yildiray Bastürk einräumte: Es gibt solche Tage, da kommt man überhaupt nicht ins Spiel.
Weil das Spiel an dem leicht angeschlagenen Marcelinho im Mittelfeld vorbei lief, kamen die Berliner im ersten Europacup-Duell gegen eine französische Mannschaft nicht auf Touren. Das Team wirkte wie bei der 0:2-Pleite bei Borussia Dortmund verunsichert und ohne Durchschlagskraft. Auch Götz Maßnahme, mit dem Einsatz von Bastürk in der Startelf das spielerische Element zu beleben, zahlte sich nicht aus. Die Berliner verstanden es zu keiner Zeit, den Gegner unter Druck zu setzen.
Die spielstarken Franzosen, in der Liga seit 14 Spielen unbesiegt und mit der Empfehlung eines 5:0-Sieges gegen Halmstad BK nach Berlin gekommen, konnten sich auf eine stabile Abwehr verlassen und zeigten insgesamt die reifere Spielanlage. Dabei hatte Trainer Francis Gillot seine Mannschaft, die auf dem Weg zum UI-Cup-Sieg auch den VfL Wolfsburg ausgebootet hatte, kräftig durcheinander gemischt und sogar den besten Torschützen Daniel Cousin zunächst auf der Bank gelassen.
Torchancen blieben in der verbissen geführten Partie lange Zeit Mangelware. In der 14. Minute kamen die Hausherren durch Bastürk zu ihrer ersten Möglichkeit, im direkten Gegenzug prüfte Seydou Keita den sicheren Hertha-Schlussmann Christian Fiedler. Mehr Torraum-Szenen bekamen die frierenden Fans im WM-Endspiel-Stadion in der ersten Halbzeit nicht zu sehen.
Vor allem wegen einiger Rangeleien auf dem Spielfeld, die vom englischen Schiedsrichter Howard Webb wort- und gestenreich geschlichtet wurden, gestalteten sich die zweiten 45 Minuten ein wenig unterhaltsamer. Spielerisch hatten die Berliner aber weiterhin wenig zu bieten und kamen nur zu einer Schusschance durch Bastürk (64.).
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