Hannover/Hamburg - Der Fußball-Norden schaut gebannt nach Süden. Werder Bremen und der Hamburger SV erwarten mit Spannung die Auslosungen für die europäischen Club-Wettbewerbe am 3. August am Sitz der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im schweizerischen Nyon.
Werder hofft auf ein günstiges Los in der Champions-League-Qualifikation, um wie schon in den vergangenen drei Jahren in der Königsklasse präsent zu sein. Der in der Vorsaison arg gebeutelte norddeutsche Bundesliga-Rivale will seinen sportlichen Aufschwung im UEFA-Cup gegen einen lösbaren Gegner fortsetzen.
Werder hätte sich das Nachsitzen - das zweite insgesamt - ersparen können. Eine unbefriedigende Bundesliga-Rückrunde hatte nach der Herbstmeisterschaft das Abrutschen auf Rang drei zur Folge und verhinderte die direkte Teilnahme. In seinem bisher einzigen Qualifikationsauftritt hatte der viermalige deutsche Meister zwar das bessere Ende für sich. Ohne Herzklopfen ging es jedoch nicht ab. 2005 musste nach einem 1:2 beim FC Basel ein Kraftakt (3:0) im Rückspiel her, um in der Folge immerhin das Achtelfinale zu erreichen.
Dank starker Vorleistungen findet sich Werder im Topf der Gesetzten wieder. Wir sind Favorit, egal wer kommt. Wir haben die absolute Erwartung, dass sich unsere Mannschaft durchsetzt, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Kracher wie der FC Liverpool und der FC Arsenal, der FC Valencia oder der FC Sevilla scheiden als mögliche Qualifikationsgegner somit aus. Zudem haben die Norddeutschen den vermeintlichen Vorteil, das Rückspiel am 28. oder 29. August (Hinspiele 14./15. August) daheim austragen zu dürfen.
Dann könnten Hochkaräter wie Fenerbahce Istanbul, Spartak Moskau oder Sparta Prag ins Weserstadion einlaufen. Das Trio gehört wie Werder zu den 18 Teams, die bereits in der dritten Runde stehen. Die übrigen 14 werden derzeit noch ermittelt. Nach den Hinspielen stehen Red Bull Salzburg (3:0 bei FK Ventspils/Lettland) und Schachtjor Donezk (2:0 bei Pjunik Eriwan) am besten da. Aber auch die Glasgow Rangers und Rosenborg Trondheim haben gute Chancen aufs Weiterkommen.
Der HSV schnupperte beim 1:0 im Testspiel gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin schon einmal internationale Atmosphäre. Wir werden alles daran setzen, die UEFA-Cup- Gruppenphase zu erreichen, das ist einfach unser Anspruch, betonte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Einen Wunschgegner gebe es nicht. Die gesetzten Hanseaten, die in der UEFA-Rangliste Platz 71 einnehmen, können unter anderem auf Honved oder MTK Budapest, Dinamo Tiflis oder Young Boys Bern aus dem Lostopf Zentral/Ost treffen.
Wichtig ist in unserem Fall die Konstellation, sagte Beiersdorfer, der auf ein Heimrecht im Rückspiel hofft. Einen Tag vor dem Hinspiel am 16. August ist die HSH-Nordbank-Arena an die Rolling Stones vermietet, ein Umbau in nur 24 Stunden würde Probleme bedeuten. Eine Anfrage bei der UEFA, die erste Partie um eine Woche zu verschieben, wurde abgelehnt. Erreichen die Profis den Hauptwettbewerb, winken ihnen Prämien von insgesamt 650 000 Euro.
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