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Regionalliga-Aufstockung bei den Clubs umstritten | 2005-11-28


Leipzig - Mehr Spiele, weniger Fernsehgeld: Die vom Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschlossene Aufstockung der Regionalliga Nord durch den direkten Aufstieg der beiden Staffelsieger der Oberliga Nordost ist bei den etablierten Drittligisten nicht nur auf Zustimmung gestoßen.

Geschäftsstellenleiter Gerhard Abstins von der SG Wattenscheid bringt die Reaktionen einer dpa-Umfrage auf den Punkt: Die Mannschaften in der Nordstaffel haben künftig ein Heimspiel mehr und damit zusätzliche Einnahmen. Doch andererseits bekommen wir auch weniger Fernsehgeld, sagt Abstins. Rund 10 000 Euro gehen den Drittligisten durch die Aufstockung verloren. Abstins kritisiert zudem den sportlichen Nachteil in der Nordstaffel, in der es bei 19 Mannschaften fünf Absteiger geben wird.

Wenn es um Geld geht, sind die Regionalligisten immer etwas enttäuscht. Denn meist sind wir von Kürzungen betroffen. Doch wir haben dieser Entscheidung zugestimmt und werden solidarisch damit leben, sagt Wolfgang Marx, Geschäftsführer der SV Elversberg. Um die finanziellen Einbußen zu mildern, plädiert Marx für eine Ausgleichszahlung des DFB. Auch Wuppertals Manager Dirk Richter nimmt den Verband in der Pflicht: Jetzt ist der DFB am Zug, Vorschläge zu machen, wie wir die Ausfälle auffangen können, betont Richter, der die Vermarktung der Trikotärmel als einen Lösungsansatz sieht. An Mehreinnahmen durch das zusätzliche Heimspiel glaubt er nicht. Immerhin steht den Nordteams auch ein weiteres Auswärtsspiel bevor.

Anders schätzen die Verantwortlichen des FC St. Pauli die neue Lage ein: Aus wirtschaftlicher Sicht ist es vielleicht sogar günstig für uns. Denn in der Oberliga Nordost spielen viele Mannschaften mit Tradition und vielen Fans im Rücken, die auch zu Auswärtsspielen mitfahren, sagt Pressesprecher Christian Bönig. Auf zuschauerträchtige Derbys hofft auch Peter Müller, Geschäftsführer des Chemnitzer FC: Wenn zum Beispiel Magdeburg und Union Berlin aufsteigen, kämen sicher ein paar mehr Zuschauer in unser Stadion.

Olaf Holetschek, Sportlicher Leiter des Aufsteigers Carl Zeiss Jena, bezeichnet die Entscheidung als absolut richtig. Die Aufstiegsspiele für die Nordost-Oberligisten mussten einfach weg, sagt Holetschek. Als Spieler war er im Sommer noch selbst von der alten Regelung betroffen. Mit dem damaligen Süd-Staffelsieger Jena setzte er sich in zwei Aufstiegsspielen gegen den Nordgewinner MSV Neuruppin durch. Ähnlich positiv äußerte sich auch der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Bernd Heynemann: Das ist ein politisches Zeichen für den Fußball-Osten. Mehr kann ein Verband nicht tun.


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