Cottbus - Nach dem Spiel entluden sich die Emotionen. Thomas Kleine von Greuther Fürth beleidigte Energie-Torjäger Kevin McKenna. Der Cottbuser revanchierte sich mit einem Griff an den Kopf des Franken, der daraufhin spektakulär zu Boden ging.
Erst das Eingreifen der Mannschaftskameraden verhinderte eine handfeste Auseinandersetzung. Die Szene nach Schlusspfiff des Zweitliga-Spiels zwischen Energie Cottbus und Greuther Fürth war der negative Höhepunkt einer gutklassigen Partie, die die Gäste überraschend mit 2:1 (1:1) für sich entschieden und damit die 2. Liga noch spannender als zuvor machten.
Drei Tore, ein von Energie-Kapitän Gregg Berhalter verschossener Foulelfmeter (60.), vier Gelbe Karten und die Jagdszene mit einem wahrscheinlichen sportjuristischen Nachspiel - die Partie in Cottbus war rassig und bot vieles, was Zweitliga-Fußball ausmacht. Und hatte mit Fürth einen nicht unverdienten Sieger, der nach Punkten mit dem nun Viertplatzierten Cottbusern gleich zog und sich damit wieder im Rennen um die Aufstiegsplätze befindet.
Das ist der Lohn für die harte Arbeit im Training. Wir haben das ganze Spiel gut gespielt, sagte Christian Eigler, der mit seinem achten Saisontreffer (69.) die Cottbuser Heimniederlage besiegelte. Auch sein Trainer Benno Möhlmann lobte das Gäste-Team: Wir haben uns diesen Sieg erarbeitet und erspielt. Wir haben immer den Weg nach vorn gesucht. Als Siebenter hat Fürth nun ganze drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer 1860 München.
Während die Franken nach einer Durststrecke den Anschluss nach vorn wieder hergestellt haben, geht Energie zusehends die Luft aus. Die Niederlage war das vierte Spiel in Serie ohne Sieg. Erstmals nach zehn Spieltagen stehen die Lausitzer nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz. Es hat sich gezeigt, dass Ansprüche und Wirklichkeit weit auseinander klaffen, analysierte Energie-Trainer Petrik Sander. Diesmal war die Innenverteidigung der Sündenbock. Beim 0:1 durch Hans Henrik Andreasen (31.) sprang Sebastian Schuppan nicht mit, beim 1:2 bekam die Deckung den Ball nach einer Ecke nicht aus der Gefahrenzone.
Hoffnung schöpft Sander aus der Offensivleistung nach dem Wechsel. Das zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Ausgleichstor durch Sergiu Radu (45.) beflügelte das Angriffsspiel der Lausitzer. Da lief es deutlich besser befand Sander, der in Dresden aber umbesetzen muss. Francis Kioyo sah seine fünfte Gelbe Karte, was aus McKenna wird, bleibt fraglich. Wenigstens hofft Timo Rost auf eine schnelle Genesung. Der Mittelfeldspieler erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und musste das Bett hüten.
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