Gera/Leipzig - Der personelle Countdown läuft: Nach den souveränen Tests gegen Dänemark und Tschechien steht Silvia Neid und ihren Fußballerinnen die größte Herausforderung im WM-Vorfeld erst in den kommenden Tagen bevor.
Bis zum 13. August will die Bundestrainerin das 21-köpfige Aufgebot des Titelverteidigers für das WM-Turnier vom 10. bis 30. September in China benennen und muss dafür ein Quintett aus ihrem Kader streichen. Wir haben in zwei Spielen neun Tore geschossen und keins bekommen. Es wird sehr schwer, fünf Spielerinnen zu streichen, sagte Silvia Neid in Gera.
Überlegen hatte der Europameister dort die überforderten Tschechinnen mit 5:0 durch Treffer von Birgit Prinz (19., 90.), Simone Laudehr (24.), Kerstin Garefrekes (38.) und Martina Müller (83.) besiegt. Vier Tage zuvor hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen WM-Teilnehmer Dänemark 4:0 gewonnen.
Den größten Teil des Teams für ihre erste WM als Bundestrainerin hat Silvia Neid gedanklich bereits zusammengestellt. 18 Spielerinnen weiß ich schon, die habe ich im Kopf. Bei drei sind noch Fragezeichen, sagte sie. Die letzten beiden Länderspiele vor der WM in der EM-Qualifikation gegen die Schweiz am 22. August in Koblenz und gegen Norwegen am 30. August in Mainz will sie nur noch mit den WM-Fahrerinnen bestreiten. Nach einem kurzen Heimaturlaub können sich vom 6. bis zum 10. August alle 26 Spielerinnen noch einmal beim Lehrgang in der Sportschule Kaiserau anbieten.
Sicher ist, dass eine Torhüterin und eine Stürmerin weichen müssen. Nachdem die Potsdamerin Nadine Angerer als Nummer 1 im deutschen Tor feststeht und die noch verletzte Silke Rottenberg (Frankfurt) als Nummer zwei ins Reich der Mitte mitfliegt, fällt die Entscheidung zwischen Ursula Holl (Bad Neuenahr) und Ulrike Schmetz (München).
Im Angriff sind die routinierten Frankfurterinnen Sandra Smisek und Birgit Prinz wohl gesetzt. Die Rekord-Torjägerin markierte gegen Tschechien ihre Auswahltreffer 107 und 108. Daneben bewirbt sich noch ein Quartett um einen Platz im Sturm des Europameisters. Martina Müller sowie die nachnominierte Conny Pohlers empfahlen sich mit jeweils einem Treffer, und Petra Wimbersky rackerte gegen Tschechien in der linken Offensive unermüdlich.
Dagegen ist Anja Mittag bei Silvia Neid vorerst in Ungnade gefallen. Kläglich bis fahrlässig hatte die Potsdamerin gleich reihenweise beste Tormöglichkeiten vergeben und war zur Pause ausgewechselt worden. Sie war unkonzentriert und schlampig, schimpfte die Bundestrainerin. Wenn man fünf hundertprozentige Chancen hat und die so vergibt, das kann ich mir nicht noch einmal 45 Minuten anschauen. Die 22-Jährige hat in 38 Einsätzen erst fünf Treffer erzielt. Allerdings wollte Silvia Neid noch längst nicht von einer Vorentscheidung bezüglich der WM-Nominierung sprechen: Es haben alle die gleichen Chancen.
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