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Daniel Ljuboja verspielt Talent bei Vertragspoker | 2007-08-03


Stuttgart - Abzocker, Traumtänzer oder Pokerspieler: Ein Etikett allein reicht für Danijel Ljuboja nicht aus, doch auch diese wenig schmeichelhaften Beschreibungen werden dem 26-jährigen Serben nur bedingt gerecht.

Beim VfB Stuttgart löst die offenkundige Geldgier Ljubojas schon lange keine Wutreden, sondern nur noch fatalistisches Achselzucken aus. Erneut lehnte der bis 2009 beim deutschen Fußball-Meister mit einem Millionen-Vertrag ausgestattete Ljuboja ein Angebot ab. Diesmal wollte der italienische Erstligist AC Siena ihn verpflichten. Doch der Deal platzte, weil der bereits vor einem Jahr ausgemusterte 18-malige serbische Nationalspieler seinen Abschied aus Stuttgart noch mit einer Mitgift des VfB versüßt sehen wollte.

Das war absolut indiskutabel, sagt Teammanager Horst Heldt, der sich das Ärgern über die vielen abgelehnten Angebote abgewöhnt hat. Ljuboja ist die einzige personelle Altlast, die er noch nicht abarbeiten konnte - und wird es auch auf absehbare Zeit wohl bleiben. Ich glaube, dass Daniel immer noch nicht erkannt hat, in welcher Situation er sich befindet, hatte Heldt doch etwas fassungslos reagiert, als Ljuboja kürzlich plötzlich von Real Madrid sprach. Wer von Real Madrid redet, verkennt, dass es in Europa viele arbeitslose Fußballprofis gibt, kommentierte Heldt und konnte sich bei der VfB-Mitgliederversammlung die Spitze Bei Danijel - wie heißt er doch gleich - Ljuboja gibt es nichts Neues nicht verkneifen. Der Applaus der Fans war ihm gewiss.

Und so wird sich Ljuboja auch weiterhin bei den VfB-Amateuren fit halten. Er stört den Trainingsbetrieb nicht, kann Regionalliga-Trainer Rainer Adrion nichts Negatives über Ljuboja sagen. In der dritten Liga wird er ebenso wenig wie in der ersten Liga je wieder das VfB-Trikot tragen, hatte Trainer Armin Veh bereits vor einem Jahr klargestellt. Damals hatte Ljuboja unmittelbar nach Abschluss eines Vertrages dem VfB vorgeworfen, ihn betrogen zu haben - und das Doppelte an Gehalt gefordert. Auch vor dem Erstrundenspiel im DFB- Pokal beim Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden kommt eine Begnadigung nicht in Betracht, auch wenn derzeit nur ein Stuttgarter Stürmer einsatzfähig ist.

Die Hoffnung, dass der VfB bis zum Ende der Wechselfrist am 31. August den Ladenhüter los wird, erscheint angesichts der Ansprüche Lubojas gering. Dabei ist der einstige Flüchtling des jugoslawischen Bürgerkriegs im persönlichen Gespräch durchaus umgänglich. Ich bin nicht schnell-schnell, sagte der Spieler mit einem serbischen, kroatischen und französischen Pass kürzlich den Stuttgarter Nachrichten vielsagend über seine Zukunftspläne.

Anfang 2005 war er von Paris St. Germain zunächst auf Leihbasis an den Neckar gewechselt und hatte dort mit 8 Toren in 26 Spielen auch zunächst Erfolg statt Ärger. Er ist ein guter Junge, sagte VfB- Präsident Erwin Staudt im November 2005. Heute würde er andere Worte finden. Der Hamburger SV lieh Ljuboja Ende August 2006 aus, doch auch im Norden gab es Ärger mit Disziplin-Fanatiker Huub Stevens, der ihn zu den Amateuren strafversetzte.


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