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Meyer führt Club aus dem Keller | 2005-12-04


Mönchengladbach - Meyer machts möglich: Der 1. FC Nürnberg darf wieder auf den Klassenverbleib hoffen. Ausgerechnet bei seinem früheren Club Borussia Mönchengladbach feierte Hans Meyer mit den Franken den zweiten Auswärtssieg in Serie.

Damit verließ Nürnberg nach dem 1:0- (0:0)-Erfolg erstmals die Abstiegsränge in der Fußball-Bundesliga. In unserer Situation kann man das gar nicht hoch genug bewerten. Das war ein großer Fortschritt, befand Club-Chef Michael A. Roth. Dass Meyer mit seiner konservativen Defensivstrategie seine ehemaligen Gladbacher in eine kleine Krise gestürzt hat, tat ihm später fast leid. Aber der Zweck heiligt die Mittel. Wenn wir mit der Scheiß- Taktik jedes Auswärtsspiel gewinnen, wäre das doch richtig prima, meinte der Nürnberger Trainer.

Den durch Marek Nikls erstes Bundesliga-Tor seit drei Jahren gesicherten Erfolg haben sich die Gäste allerdings teuer erkauft. Zum einen schied der beste Club-Torschütze Stefan Kießling, der nach einem Ellbogencheck zwischenzeitlich gar bewusstlos war, mit Gehirnerschütterung und Verdacht auf Jochbeinbruch aus. Zum anderen erhielt Bartosz Bosacki vier Minuten nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit die Rote Karte wegen groben Foulspiels. Trotz weiterer Personalprobleme sieht Präsident Roth das Team im Aufwind. Die Mannschaft hat mir gefallen. Unser Wunsch war, bis Weihnachten nicht auf einem Abstiegsplatz zu stehen. Das kann uns nun gelingen.

Für die enttäuschenden Gladbacher endete nach einem Dutzend Heimspielen ohne Niederlage nicht nur eine schöne Serie, sondern auch die Zusammenarbeit mit Giovane Elber. Nach der öffentlichen Kritik des Brasilianers an Trainer Horst Köppel wollte sich der Club die Eskapaden seines bekanntesten Spielers nicht länger bieten lassen. Das Kapitel ist in beiderseitigem Einvernehmen beendet. Die Differenzen zum Trainer waren zu groß. Wir konnten seine Äußerungen in der Öffentlichkeit nicht mehr tolerieren, sagte Sportdirektor Peter Pander. Damit endete eine knapp zehnmonatige, unbefriedigende Zusammenarbeit. Elber brachte es in der Zeit nur auf vier Kurzeinsätze. Aus sportlicher Sicht ist das kein großer Verlust, meinte Köppel.

Ob mit oder ohne Elber - die Gladbacher stolpern nach fünf sieglosen Spielen in Serie und der ersten Heimniederlage seit neun Monaten in eine sportliche Krise. Nach dem zwischenzeitlichen Sprung auf Rang fünf muss die Borussia nun sogar befürchten, weiteren Boden zu verlieren. Bislang zeigte das Team selten eine konstant gute Leistung, punktete aber fleißig. Nun spielt die Mannschaft schlecht und verliert zudem. Mit dieser Niederlage hat wirklich keiner gerechnet, meinte Köppel. Und keiner soll glauben, dass 21 Punkte eine Garantie für eine ruhige Rückrunde sind. Wir brauchen noch den ein oder anderen Punkt, sagte Pander.


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