Leipzig - Der FC Bayern München ist für seine Verdienste im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit dem Julius-Hirsch-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf seinem Außerordentlichen Bundestag in Leipzig erstmals vergeben.
Wir sind über diese Auszeichnung genauso stolz und glücklich wie über unsere sportlichen Erfolge, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Die mit dem Preis verbundenen 20 000 Euro gab der deutsche Rekordmeister an die israelische Kultusgemeinde in München weiter.
Die Bayern hatten sich die Auszeichnung, die dem von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten deutschen Nationalspieler Julius Hirsch gewidmet ist, besonders durch die Ausrichtung eines Freundschaftsspiels der U 17-Mannschaft des FC Bayern gegen eine israelisch-palästinensische Auswahl des Peres Center for Peace verdient. 50 000 Schulkinder sahen diese ungewöhnliche Partie in München. DFB-Präsident Theo Zwanziger hob zudem hervor, dass sich der FC Bayern während der Zeit des Nationalsozialismus äußerst lange gegen die Vereinnahmungs-Versuche durch die Nazis gewehrt hatte.
Julius Hirsch hatte schon als 18-Jährige mit dem Karlsruher FV den deutschen Meistertitel erkämpft und gab mit 19 Jahren sein Debüt in der Nationalmannschaft. Von den Nationalsozialisten wurde einer der am meisten umjubelten Nationalspieler von heute auf morgen zum Insekt degradiert, sagte Zwanziger zur Preisverleihung, der in Leipzig Hirschs Tochter Christa und drei Enkelkinder beiwohnten. Künftig wird eine Jury jährlich die Preisträger auswählen, die sich in besonders für Toleranz, Freiheit und Menschlichkeit einsetzen.
Der DFB zeichnete in Leipzig zudem neun internationale Fußball-Persönlichkeiten mit dem Goldenen Award aus, der ebenfalls zum ersten Mal vergeben wurde. Zu den Ausgezeichneten gehörten Ferenc Puskas, Gyula Grosic und Jenö Buzanszky, die mit der ungarischen Nationalmannschaft im Finale der Fußball-WM 1954 dem DFB-Team unterlegen waren. Für den erkrankten Puskas, einem der besten Spieler der Fußball-Geschichte, nahm Ungarns Verbandschef Imre Bozoky die Ehrung entgegen. Zudem erhielten Julio H. Grondona (Präsident des argentinischen Fußball-Verbandes), Michail Kassabow (Bulgarien), Edgar Obertüfer (Schweizer), Emmanuel Schaffer (Israel), Ken Naganuma (Japan) und Scheich Hamad Bin Khalifa Al-Thani (Katar) den Golden Award.
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