Sport News :: Fussball News

SPORT NEWS:

SPORTWETTEN:

POKER

ARCHIV:

LINK EXCHANGE:

Rangnicks Ehrenrunde wie ein Abschied | 2005-12-11


Gelsenkirchen - Allen Absichtserklärungen zum Trotz ist eine vorzeitige Trennung von Trainer Ralf Rangnick beim FC Schalke 04 unvermeidbar.

Zwar schlossen sowohl Rangnick als auch die Schalker Verantwortlichen nach dem verdienten 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 nicht aus, ein weiteres Halbjahr bis zum offiziellen Vertragsende des Trainers professionell zusammen zu arbeiten. Doch nach dem skurrilen Szenario rund um die Bundesligapartie ist diese Variante in dem Klima des gegenseitigen Misstrauens unvorstellbar.

Die Gräben sind zu tief, zwischen Rangnick und Sportmanager Andreas Müller sowie Rudi Assauer herrscht Eiszeit. Die sportliche Führung empfand es als Affront, dass der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer, der überraschend seinen Abschied zum 30. Juni 2006 verkündet hatte, sich in einer Ehrenrunde kurz vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels 2005 von den Fans feiern ließ. Es war kein Abschied. Ich wollte den Fans Danke sagen für die tolle Unterstützung im ganzen Jahr, erklärte Rangnick sein Verhalten als spontane Geste.

Jedem im Stadion war da schon klar, dass spätestens nach dem letzten Hinrundenspiel beim VfB Stuttgart Rangnicks Amtszeit auf Schalke enden wird. Für Assauer war das Verhalten des Coaches nicht akzeptabel. Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Diese Geschichte hat eine gewisse Bedeutung. Es sah aus wie eine Abschiedsrunde. Und wenn ich mich verabschiede, dann ist auch Schluss, meinte der Manager vielsagend. Es sei schon sehr außergewöhnlich gewesen: Das habe ich noch nie erlebt.

Auch einige Spieler, die sich zu dem Zeitpunkt noch zum Aufwärmen auf dem Rasen befanden, waren perplex. Bei ihnen löste Rangnicks demonstrativer Schulterschluss mit den Fans, die ihn auch während des Spiels mit Sprechchören feierten, Befremden aus. Torhüter Frank Rost soll vor Zorn getobt haben, sprach von Zirkus und Farce. Gerald Asamoah gestand: Das war ein bisschen irritierend. Ich mache Ehrenrunden lieber nach dem Spiel. Fabian Ernst fand den Zeitpunkt nicht optimal, zeigte aber auch ein wenig Verständnis: Dem Trainer tut es gut, die Fans im Rücken zu haben.

Die Sache war in der vergangenen Woche ins Rollen gekommen. Der Auslöser für Rangnicks überraschend verkündeten Entschluss, den auslaufenden Vertrag nicht zu erfüllen, waren Veröffentlichungen der Boulevardpresse. Die Bild-Zeitung hatte zwei Tage vor der Partie von einem angeblich getroffenen Vorstandsbeschluss berichtet, Rangnicks Kontrakt nicht zu verlängern. Doch nicht die Tatsache, dass die Clubspitze die Fortsetzung der Zusammenarbeit diskutierte, trieb Rangnick zum Rückzug. Sondern, dass Interna aus geheimen Sitzungen via Bild nach außen getragen wurden, und dies nicht zum ersten Mal. Es ist legitim, dass sich der Club Gedanken macht. Aber das Thema wochenlang öffentlich zu diskutieren, ist unprofessionell, geißelte Rangnick das politische Possenspiel. Auf seine Frage, ob der Bericht zutreffe, erhielt der Coach nach eigener Aussage vom Vorstand kein Dementi. Da war klar, was ich zu tun hatte.

Assauer räumte ein, dass es Gespräche gegeben habe. Während Müller von einer gewissen Tendenz gegen Rangnick sprach, schwört Assauer Stein uns Bein: Es gab noch keine Entscheidung über den Trainer, definitiv nicht. Dann ist es nach außen gedrungen, und Ralf schmeißt auf einmal alles hin. Man habe sich erst in der Winterpause in Ruhe mit Rangnick beraten wollen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Für uns ist dann eine völlig neue Situation entstanden. Und ich kann im Moment wirklich nicht sagen, wie es weiter geht. Macht man sofort ein Break oder lässt man es noch ein halbes Jahr so laufen? Das empfinde ich als schwierig. Aber ich gehe davon aus, dass wir das letzte Spiel in Stuttgart noch mit Ralf durchziehen, sagte Assauer.

Doch der Manager hat noch ein weit brisanteres Problem. Er muss einen Maulwurf suchen. Außer ihm und Müller waren bei der genannten Sitzung auch die Vorstandsmitglieder Josef Schnusenberg und Geschäftsführer Peter Peters anwesend. Der, der den Stein ins Rollen brachte, hat uns einen Bärendienst erwiesen. Wir arbeiten daran, ihn zu finden, sagte Assauer. Derweil hat hinter den Kulissen schon die Suche nach einem neuen Coach begonnen, der vom 4. Januar an die Rückrundenvorbereitung beim Vizemeister leiten soll.


Niederlande besiegen Israel zum EM-Auftakt
Saisonende für 96-Profi Barnetta
Schau um Schiri präsentiert die Welt der Regeln
1. FC Köln in der Aufstiegspflicht - 2. Liga stark
Große Personalsorgen bei Eintracht Frankfurt
HSV: Van Buyten kostet mindestens 20 Millionen Euro
HSV wahrt Mini-Chance - Leverkusen siegt in Berlin
Schalke gelingt Pflichtsieg: 3:0 gegen Duisburg
Milan überholt Juventus - Schewtschenko verletzt
Spitzenduo Juventus und AC Mailand siegreich

1641 | 1107 | 1910 | 1138 | 1867 | 13384 | 13369 | 13497 | 13047 | 13888 |