Berlin - Drei Tage vor dem entscheidenden UEFA-Cupspiel gegen Steaua Bukarest herrscht bei Hertha BSC weiter dicke Luft.
Mit scharfen Worten und Unverständnis reagierte Star Marcelinho auf die heftige Kritik seines Teamkollegen Niko Kovac nach der Undiszipliniertheit des Brasilianers, die zur Gelb-Roten Karte im Spiel beim Hamburger SV (1:2) geführt hatte.
Komisch. Wenn ich gute Spiele mache, höre ich nichts von Niko. Der sollte lieber ruhig sein. Ich muss mich nicht entschuldigen, wenn ich mal schlecht spiele, erklärte Marcelinho in einem Interview der BZ. Wenn Hertha ohne mich besser spielt, sollen sie es doch machen. Ich habe jetzt die Schnauze voll, wurde der Mittelfeldspieler in der Bild-Zeitungen zitiert.
Kovac hatte dem südamerikanischen Exzentriker vorgeworfen, das Team mit seinen Undiszipliniertheiten ins Hintertreffen zu bringen. Das ist unentschuldbar, befand Kovac vor laufenden TV-Kameras und legte nach: Er kann nicht immer die beleidigte Leberwurst spielen, wenn er mal den Ball nicht kriegt. Zwar bestätigte der Kroate, sich mit seinen Äußerungen emotional weit aus dem Fenster gelehnt zu haben, wollte aber von der Kernaussage nicht abrücken.
Auch Trainer Falko Götz war wegen des Revanche-Fouls Marcelinhos gegen Benjamin Lauth mit dem Brasilianer hart ins Gericht gegangen und hatte sogar eine Geldstrafe wegen dessen Unbeherrschtheiten gefordert, die Hertha eine 40 Minuten lange personelle Unterlegenheit eingebracht hatte. Ich würde eine Strafe nicht akzeptieren. Ich bin kein undisziplinierter Spieler, habe bei Hertha nur zwei Platzverweise kassiert. Und dieses Mal war es auch nicht fair mich runterzuschicken, konterte Marcelinho.
Götz erklärte, dass er die Niederlage noch nicht vollkommen verarbeitet habe. Ich werde mit meinem Trainerstab noch mal sprechen, ob und wie wir sanktionieren, sagte der Trainer dem Fachblatt Kicker und bestätigte, dass er gegen Bukarest mit dem Brasilianer plane. Wenn ich von ihm jetzt eine Reaktion fordere, muss ich ihm auch die Chance geben, sie zeigen zu können, sagte Götz und kritisierte erneut, dass sich Marcelinho derzeit zu sehr in Zweikämpfen und Einzelaktionen weit weg vom gegnerischen Tor verzettele.
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