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Werder nur 0:0 in Hannover | 2005-10-22


Hannover - Werder Bremen hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga durch eine Nullnummer verspielt. Eine Woche, nachdem die Bremer Rekordmeister FC Bayern München von der Spitze verdrängt hatten, kamen sie im Nord-Derby bei Hannover 96 nur zu einem 0:0.

Vor 48 627 Zuschauern in der fast ausverkauften AWD-Arena enttäuschten die Bremer und verloren zudem Frank Fahrenhorst, der nach einem absichtlichen Handspiel die Rote Karte sah (82. Minute). Es fehlte die Leichtigkeit, sagte Trainer Thomas Schaaf. Und: Man kann nicht jede Woche sechs Tore erzielen.

Bremens Trainer hatte bereits vor dem Anpfiff für die größte Überraschung des Nachmittags gesorgt. Mit Miroslav Klose ließ er den besten Torschützen des Teams auf der Bank und Nelson Valdez neben Ivan Klasnic stürmen. Er ist müde, begründete Schaaf Kloses Versetzung auf die Bank. Der Nationalstürmer hatte am Dienstag nach seinem Fehler beim Champions-League-Spiel in Udine gesagt, dass Schaaf seiner Bitte um vorzeitige Auswechslung wegen Erschöpfung nicht nachgekommen sei.

Schaaf ließ ihn lange auf der Bank schmoren. Erst in der 63. Minute durfte Klose auflaufen. Er wirkte keineswegs müde, sondern quirlig und laufstark - und vergab bei einem Pfostenschuss (78.) die beste Bremer Chance.

Die Belastung ist sehr groß, sagte Schaaf, der mit Fahrenhorst für Leon Andreasen und Jurica Vranjes für Frank Baumann zwei weitere überraschende Personalentscheidungen traf. Ohne die drei Stammkräfte zeigte Werder eine insgesamt schwache Vorstellung. Vom druckvollen und kombinationssicheren Spiel, das Werder zur offensivstärksten Mannschaft der Liga gemacht hatte, war wenig zu sehen. Zu behäbig spielten die Bremer, zu viele Abspielfehler leistete sich vor allem das Mittelfeld gegen die defensivstarken Hannoveraner.

Gefährlich agierten die Gäste nur dann, wenn sie über außen kamen. Patrick Owomoyela zeigte eine gute Leistung und riss zumindest hin und wieder Lücken in den dichten Deckungsverbund der 96er. Die besten Chancen vergab dabei Valdez, der eine Hereingabe Owomoyelas knapp am Tor vorbei spitzelte (12.) und eine Flanke von Christian Schulz an den Pfosten schoss. Das Zusammenspiel mit Klasnic klappte nur selten. Noch ungefährlicher präsentierten sich die Hannoveraner, die allerdings schon früh ihren Spielmacher Ricardo Sousa verloren. Der Portugiese verletzte sich ohne Einwirkung des Gegners und musste in der 12. Minute durch Chawdar Yankow ersetzt werden.

Die Gastgeber zogen sich weit zurück und attackierten aggressiv. Wenn sie nach vorn spielten, dann versuchten sie es mit schnellen Pässen auf die Spitzen, doch Thomas Brdari und Jiri Stajner liefen immer wieder ins Abseits. Für Unmut sorgte Schiedsrichter Franz-Xaver Wack mit einem nicht gegebenen Treffer von Christoph Dabrowski (35.). Der Pfiff von Wack kam aber zu Recht, denn der Ex-Bremer hatte Werder-Keeper Andreas Reinke bei seinem Kopfball im Fünf-Meter-Raum behindert. Ich hatte keinen Körperkontakt, das war ein ganz klarer Treffer, meinte Dabrowski. Gute Einschussmöglichkeiten waren ansonsten Mangelware. Allein Brdaric hatte den Siegtreffer auf dem Fuß, doch sein Lupfer (57.) misslang.


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