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Neue Stars noch ohne Glanz | 2005-08-08


Hamburg - Das Nesthäkchen stahl allen Stars die Show. Im Schatten des erst 16 Jahre alten Debütanten Nuri Sahin haben nur wenige der neuen Gesichter in der Fußball-Bundesliga am 1. Spieltag einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

So erwies sich Joker Sören Larsen durch sein Tor beim 2:1-Sieg des FC Schalke über den 1. FC Kaiserslautern ebenso als Volltreffer wie Sibusiso Zuma, der im Dress von Arminia Bielefeld ein Tor erzielte und eines vorbereitete. Dagegen blieben als Star-Einkäufe gepriesene Profis wie Jon Dahl Tomasson oder Jesper Grönkjaer vom VfB Stuttgart ebenso wie Rafael van der Vaart (Hamburger SV) zum Auftakt weit hinter den Erwartungen zurück, weckten aber Hoffnung für die Zukunft. Die Bundesliga gewinnt mit solchen Spielern an Bedeutung, sagte Kaiser Franz Beckenbauer im Aktuellen Sportstudio.

Einen Traum-Einstand feierte Larsen auf Schalke. Nur vier Minuten nach seiner Einwechslung traf der Däne zum 1:1 und leitete die Wende der Knappen gegen unglückliche Lauterer ein. Diesen Moment werde ich niemals vergessen sagte der Däne, der vor vier Wochen wegen einer Knieoperation noch auf dem OP-Tisch gelegen hatte. Das Danish-Dynamite-Duo Tomasson/Grönkjaer zündete dagegen beim Stuttgarter 1:1 in Duisburg nicht. Grönkjaer hatte Glück, dass er wegen eines Trittes gegen Tobias Willi nicht die Rote Karte und eine Zwangspause erhielt.

Weniger Glanz als seine bildhübsche Ehefrau Sylvie auf der Ehrentribüne versprühte HSV-Spielmacher van der Vaart auf dem Platz. Den hohen Erwartungen konnte der zum Hoffnungsträger stilisierte, über fünf Millionen Euro teure Neuzugang von Ajax Amsterdam nicht gerecht werden. Ein Hackentrick hier, ein Dribbling da - Zählbares sprang aber nicht heraus. Das war kein gutes Spiel von mir, aber Hauptsache, wir haben gewonnen, sagte der 22-Jährige nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen den 1. FC Nürnberg. Im UI-Cup gegen Valencia will er aber Akzente setzen: Ich kann viel besser.

Für den Dänen Thomas Helveg verlief das Debüt beim 0:3 gegen Bayern München frustrierend. In der zwölften Minute wusste er sich nur mit einem rotwürdigen Handspiel zu helfen, beim 0:1 ließ Roque Santa Cruz den 34-Jährigen alt aussehen und in der 44. Minute musste der Däne verletzt vom Platz. Beim Rekordmeister hatte Ali Karimi einen guten Einstand, doch angesichts der zwei Tore von Roy Makaay blieb dem iranischen Neuzugang nur eine Nebenrolle im Starensemble.

Nicht nur wegen seines markanten Äußeren belebte Bielfelds Zuma den Bundesliga-Start. Der dunkelheutige Südafrikaner mit den silberblonden Löckchen überzeugte mit einer Vorlage und einem Tor beim 2:5 in Bremen. Der Brasilianer Naldo tat sich bei seinem Debüt im Werder-Trikot angesichts der ständigen Sturm- und Drangphase beider Teams schwer, stolperte zudem beim Zuma-Treffer unglücklich. Ein weiterer Abwehrspieler, der Leverkusener Athirson, offenbarte beim 4:1 von Bayer bei Eintracht Franfurt wie schon in der Vorbereitung chronischen Offensivdrang.

Im zarten Alter von 16 Jahren, elf Monaten und einem Tag war Sahin der jüngste Bundesliga-Debütant - und hatte beim Einlaufen ins Stadion Gänsehaut. Aber auf dem Platz ist ein 16-Jähriger genauso wichtig wie alle anderen, sagte das Bundesliga-Küken, das beim 2:2 in Wolfsburg taktisch reif und zweikampfstark auftrat.


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