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Lautern 0:3 bei Hertha - Henke in Bedrängnis | 2005-11-05


Berlin - Der 1. FC Kaiserslautern stürzt weiter ungebremst Richtung 2. Liga. Hertha BSC demütigte die Pfälzer mit 3:0 (1:0) und brachte damit den viermaligen deutschen Meister sowie Trainer Michael Henke in noch größere Bedrängnis.

So eine Leistung ist schwer zu erklären, kommentierte der FCK-Coach die bittere Dreier-Packung. Seit zehn Wochen laufen die Lauterer nun bereits einem Sieg in der Fußball-Bundesliga hinterher, auch im neunten Spiel nacheinander gelang kein Erfolg. Das hatte mit Fußball nicht viel zu tun. Zum Glück stand es zur Halbzeit nur 0:1, wetterte Henke.

Für den einstigen Hitzfeld-Assistenten, der im Sommer beim FCK seine erste Aufgabe als Chefcoach übergenommen hatte, stehen schwere Tage an. Ich bin fest überzeugt, dass ich in Ruhe weiter arbeiten kann, sagte der 48-Jährige am Samstagabend. Ein Sieg im nächsten Heimspiel gegen Nürnberg ist für Henke und sein Team allerdings fast schon Pflicht, um die Wende nicht zu verpassen.

Marcelinho (6.) hatte die überlegenen Gastgeber vor 36 656 Zuschauern früh in Führung gebracht. Marko Pantelic (48.) und Nando Rafael (52.) machten unmittelbar nach dem Wechsel den fünften Hertha- Sieg im sechsten Heimspiel der laufenden Spielzeit perfekt. Damit stieß der Hauptstadtclub am 12. Spieltag mit nun 21 Punkten auf Tabellenplatz fünf vor, der am Saisonende wieder zum Start im UEFA- Cup berechtigen würde. Das war eine souveräne Leistung. Wir waren von Beginn an aggressiv im Spiel drin, erklärte Hertha-Trainer Falko Götz.

Auch mit einer völlig neu formierten Abwehr offenbarten die harmlosen Gäste im Berliner Olympiastadion gravierende Defensiv- Schwächen. Zwar konnte zunächst Hervé Lembi, der wie Ingo Hertzsch und Lucien Mettomo von Henke wieder in die FCK- Abwehrkette beordert wurde, gegen Nando Rafael noch klären (2.). Doch schon vier Minuten später hebelte Malik Fathi mit einem langen Pass auf Rafael die amateurhafte Abwehr der Gäste aus, die flache Eingabe des U-21- Nationalspielers drückte Marcelinho aus Nahdistanz zu seinem sechsten Saisontor über die Linie.

Die Gastgeber bestimmten trotz der Ausfälle von Josip Simunic (Gelb-Sperre), Yildiray Bastürk und Gilberto (beide verletzt) klar die Begegnung: 62 Prozent Ballbesitz und 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe zeigen Lauterns ganze Harmlosigkeit. Die Entscheidung fiel bereits kurz nach der Pause. Der von Roter Stern Belgrad gekommene Pantelic setzte sich zunächst eindruckvoll gegen Hertzsch durch und schoss dann ins kurze Eck - sein viertes Tor im fünften Heimspiel. Danach legte der Serbe, den seit Wochen eine Leistenverletzung plagt, den Ball mit der Hacke sehenswert auf Rafael ab, der ohne Mühe zu seinem Saison-Treffer Nummer drei vollendete

Die Lautern-Offensive kam dagegen über halbherzige Versuche nicht hinaus. Ausnahme war die 29. Minute, als nach einer Ecke zunächst ein Schussversuch von Lembi abgeblockt wurde und danach Halil Altintop den Ball über das Berliner Tor schlug. Der 22-jährige türkische Nationalspieler, mit zehn Saisontoren mit Abstand bester Liga- Torschütze für die Roten Teufel, wartet nun auch schon seit drei Partien auf einen Treffer.


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