SEKUNDENSACHE II: Für Bayern-Torwart Oliver Kahn war der Arbeitstag durch Kloses Blitztor nach 36 Sekunden praktisch schon gelaufen. Die Serie der Münchner ohne Bundesliga-Gegentreffer in der Allianz Arena war nach fünf Spielen und 451 Minuten beendet.
Für mindestens zwei Wochen verschoben sind zudem die Hoffnungen des Nationaltorwarts auf einen anderen Bundesliga-Rekord. Erst im nächsten Spiel bei Arminia Bielefeld kann Kahn nun zum 173. Mal ohne Gegentreffer bleiben und den Ex-Bremer Oliver Reck als Zu-Null-Rekordhalter ablösen.
SEKUNDENSACHE I: Miroslav Klose ist der Mann für schnelle Tore. 36 Sekunden brauchte er für seinen Treffer zur Bremer Führung gegen den FC Bayern. Schon am ersten Spieltag hatte der Nationalstürmer im Spiel von Werder Bremen gegen Arminia Bielefeld nicht lange gefackelt und nach 24 Sekunden zugeschlagen. Den Bundesliga-Rekord halten weiterhin Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen) und Giovane Elber (Bayern München), die beide nur elf Sekunden vom Anstoß bis zum Torjubel brauchten.
DACH-STREICH: Das Cabrio-Dach der Frankfurter Commerzbank-Arena sorgt weiter für Aufsehen. Nachdem die Eintracht für das Meisterschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld eine Sondergenehmigung eingeholt hatte, um unter geschlossenem Dach zu spielen, machte Schiedsrichter Michael Weiner (Hasede) den Hessen einen Strich durch die Rechnung. Wegen des sonnigen Herbstwetters sei es nicht erforderlich, das Dach zu schließen. Bei schlechtem Wetter machte die mobile Arena-Decke schon ein paar Mal eine schlechte Figur. Bei Schneefall darf das Dach gar nicht geschlossen werden. Fragt sich, wofür es überhaupt nützlich ist.
VATER-FREUDEN: Sibusiso Zuma war müde. Das sagte zumindest sein Trainer Thomas von Heesen, nachdem er seine südafrikanische Spitzenkraft beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt ausgewechselt hatte. Der Grund: Bis kurz vor Mitternacht hatte der Angreifer auf die Geburt von Töchterchen Ashenda gewartet.
JUBILÄUM: Der VfL Wolfsburg bestritt gegen den 1. FC Köln sein 50. Bundesligaspiel in der Volkswagen Arena. 28 davon haben die Wölfe gewonnen, 14 verloren. Die erste Begegnung im 30 000 Besucher fassenden Stadion fand am 15. Dezember 2002 gegen den VfB Stuttgart statt. Seither sahen insgesamt 1 150 802 Zuschauer die Heimspiele des VfL. Das sind über 23 000 pro Spiel.
FRUSTFEIER: Nationalspieler Mike Hanke wird seinen 22. Geburtstag zumindest sportlich in nicht eben angenehmer Erinnerung behalten. Der Angreifer vergab für den VfL Wolfsburg in der Partie gegen den 1. FC Köln nach 63 Minuten die Großchance zum vorentscheidenden 2:0 und wurde nach 71 Minuten ausgewechselt.
BENEFIZSPIEL: Nur 18 Stunden nach dem 3:0-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern standen die Profis von Hertha BSC für einen guten Zweck wieder auf dem Platz. Unter dem Motto Gemeinsam gegen Gewalt trat der Bundesligist gegen den alten Rivalen und jetzigen Oberligisten Tennis Borussia an. Hintergrund des Engagements war der Mord an einem siebenjährigen Schüler in Zehlendorf, den ein 16-Jähriger im August begangen hatte. Hertha wolle ein Zeichen setzen und präventiv tätige Kräfte stärken, sagte Manager Dieter Hoeneß. Alle Einnahmen kamen dem Verein Zephir e.V. zugute, der sich um sozial gefährdete Jugendliche kümmert.
GEGEN MATTHÄUS: Ungarn brauche unbedingt einen neuen Nationaltrainer, betonte Hertha-Profi Pal Dardai im offiziellen Stadionprogramm. Der Vertrag mit Lothar Matthäus läuft Ende dieses Jahres aus. Bei einem anderen Trainer klappts wahrscheinlich wieder, betonte der Ungar Dardai, der sich mit dem deutschen Rekord-Nationalspieler überworfen hat. Noch nie habe Matthäus ihn persönlich angerufen, das habe immer ein Verbandsfunktionär oder eine Sekretärin getan, berichtete der Ex-Nationalspieler. Sein Land habe zwar mit Matthäus die WM verpasst. Es kann aber sein, dass Lothar noch sechs Jahre bleibt. Dann siehts wohl so aus, dass ich nicht mehr spiele, sagte Dardai.
BABYLONISCH: Trainer Ralf Rangnick ist das zuweilen babylonische Sprachgewirr bei Schalke 04 ein Dorn im Auge. Solange wir zusammen arbeiten, sprechen wir deutsch. Es ist auch eine Sache von Respekt, ob ich z.B. gemeinsam am Tisch eine Sprache benutze, die alle verstehen oder nicht, sagte er. Rangnick verriet nach dem 3:0 gegen Duisburg, dass dies einer der Punkte bei den Aussprachen in der Vorwoche war. Von der Sprachregelung ist nur Rafinha ausgenommen, weil der erst vor zwei Monaten nach Schalke gewechselte Brasilianer die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrscht. Er darf vorerst, falls nötig, auf das Portugiesische zurückgreifen.
BETTGESCHICHTEN: An einen ruhigen Schlaf kann Trainer Ewald Lienen derzeit nicht denken. Dabei hat sein Verein Hannover 96 als erster Bundesligist - so die Werbung - ein eigenes Bett herausgebracht. Es ist in den Vereinsfarben lackiert, für Wassermatratzen ausgerüstet und kostet rund 500 Euro. Das so genannte Heimmodell wurde in der Halbzeitpause des Spiels gegen Mainz 05 nicht ohne Hintersinn im 96-Stadion vorgestellt. Der Betten-Produzent stammt aus Mainz.
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