Uherske Hradiste/Leverkusen - Die Freude über den Riesenschritt Richtung EM-Endrunde fiel verhalten aus, stattdessen warnte Trainer Dieter Eilts mit deutlichen Worten vor einem Ausrutscher im Rückspiel.
Das war das schlechteste Spiel unter meiner Leitung. Ich hoffe, dass wir in Leverkusen unser wahres Gesicht zeigen, sagte der Coach der U-21-Fußballnationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach dem glücklichen 2:0 (1:0)- Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel gegen Gastgeber Tschechien, das die Mannschaft vor allem Keeper Michael Rensing zu verdanken hatte. Wir hätten bis Mitternacht spielen können und keinen Treffer gemacht, so gut war der Torwart. Für uns wird es jetzt ganz schwer, sagte Tschechen-Kapitän Vaclav Sverkos von Borussia Mönchengladbach.
Denn der deutschen Elf - unter Eilts seit 13 Spielen ungeschlagen (10 Siege/ 3 Unentschieden) - reicht bereits eine Niederlage mit einem Tor Unterschied zum Einzug in die Finalrunde vom 25. Mai bis 6. Juni 2006, um deren Austragung sich bislang Portugal und Italien beworben haben. Doch soweit will Eilts den Blick noch nicht richten. Wir haben alle Trümpfe in der Hand, aber es werden viele schwere Minuten, befürchtet er vor dem Rückspiel in der BayArena.
Dass es das mit Sicherheit noch nicht war, spiegelt das Hinspiel wider, befand auch Keeper Rensing, der mit seinen großartigen Paraden dafür sorgte, dass die U 21 ihre Serie ohne Gegentor auf 318 Minuten ausbaute. Die letzte Niederlage datiert vom 2. Juni 2004 (1:2 bei der Heim-EM gegen Portugal). Ich sehe es aber nicht so, dass ich das Spiel allein gewonnen habe. Wie schon in der Gruppenphase war einer für den anderen da. Das ist unsere Stärke, hob Rensing das Credo Mannschaft hervor.
Gegen die fantastisch (Eilts) spielenden Tschechen, angetrieben von Sverkos und Bochums Filip Trojan, war dies im mit 8125 Zuschauern ausverkauften Mestsky-Stadion auch dringend notwendig. Das war die beste Mannschaft, gegen die wir bislang gespielt haben, sagte Christian Schulz vom SV Werder Bremen anerkennend, der drei Minuten vor Toresschluss das eminent wichtige zweite Tor nachgelegt hatte. Die Führung hatte Nando Rafael in der 35. Minute mit einem fulminanten Schuss unter die Latte erzielt. Ich habe einfach gut getroffen, sagte der Hertha-Profi nach seinem dritten Treffer im fünften Einsatz. Das war ein sensationelles Tor. Da hat die Mannschaft gezeigt, wie sie Fußball spielen kann, meinte Eilts.
Über mindestens 90 Minuten muss sie dies nun auch in Leverkusen tun. Das Ergebnis ist schlecht für uns, aber wir werden bis zu letzten Minute kämpfen, kündigte bereits Tschechen-Trainer Ladislav Skorpil an, der im Rückspiel auf Manndecker Martin Latka wegen einer Gelbsperre verzichten muss. Kollege Eilts kann dagegen aus dem Vollen schöpfen. Dennoch: Es wartet aber ein ganzes Stück Arbeit auf uns.
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