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BVB will Frei verpflichten - Ailton im Gespräch | 2005-11-14


Dortmund - Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat die Suche nach einem neuen Stürmer intensiviert und selbst eine Verpflichtung des Ex-Schalkers Ailton nicht ausgeschlossen.

Wegen der langwierigen Verletzungen von Jan Koller und Cedric van der Gun (beide Kreuzbandrisse) soll ein neuer Angreifer möglichst schon in der Winterpause den Kader verstärken. Laut BVB-Präsident Reinhard Rauball steht aber der Schweizer Nationalstürmer Alexander Frei ganz oben auf der Wunschliste. Frei würde gern kommen, hat aber bei Stade Rennes noch einen Vertrag bis 2007. Um diese Personalie zu optimieren, werden im Moment von Sportdirektor Michael Zorc Gespräche geführt, sagte Rauball im kicker-Interview.

Der Clubchef sieht die Chance, bei der Nachfolgeregelung für den im Sommer scheidenden Tschechen Koller demnächst Vollzug zu melden. Derweil wird bei der Borussia offenbar auch ein Plan B diskutiert. Es wird nicht geleugnet, dass der bei Besiktas Istanbul in Ungnade gefallene Ailton kurzfristig die Probleme lösen könnte. Grundsätzlich schließe ich das Thema Ailton nicht aus, sagte Zorc. Der ehemalige BVB-Profi Zorc traf im Dress des Champions-League-Siegerteams von 1997 beim Abschiedsspiel von Julio Cesar sogar direkt auf Ailton, der für Julio and Friends die Stiefel im Westfalenstadion geschnürt hatte.

Toni Ailton, der vom neuen Besiktas-Trainer Jean Tigana kürzlich für nur noch alt und dick befunden und dann zunächst aussortiert wurde, kann sich eine Rückkehr in die Bundesliga sehr gut vorstellen. Wenn der Trainer sagt, es ist alles okay, dann bleibe ich in Istanbul. Sonst muss ich wechseln. Und Deutschland ist meine erste Option, die Nummer eins, sagte der langjährige Bremer Torjäger, der im Sommer nach nur einem Jahr für 3,5 Millionen Euro vom FC Schalke 04 an den Bosporus transferiert worden war.

In Istanbul ändern sich die Ansichten über Ailton allerdings täglich. Nachdem Tigana erklärt hatte, so einen Stürmer könne er nicht gebrauchen, ruderte der französische Coach - vom Vorstand zurückgepfiffen - nun zurück: Er ist sicherlich ein begnadeter Spieler, aber er muss zeigen, dass er wieder die alte Form kriegen kann. Das wolle er versuchen, versicherte der übergewichtige Brasilianer, bat aber um Geduld: Ich will mich wieder in Form bringen. Aber ich stecke in einer Krise und brauche Zeit.

Wegen seiner königsblauen Vorgeschichte wäre selbst ein Ausleihen Ailtons den Dortmunder Fans schwer zu vermitteln. Während des Cesar-Abschiedsspiels jedenfalls wurde der 32-Jährige bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, insbesondere nach seinem Führungstor (8.) gegen die Westfalen. Unbeliebt hat sich der Kugelblitz auch bei einigen Besiktas-Kollegen gemacht. Wir laufen uns zu Tode für ihn, und er versemmelt alle Chancen, urteilte Mannschaftskamerad Tümer.


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