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U 21 fährt zur EM-Endrunde und träumt vom Titel | 2005-11-16


Leverkusen - Der Trainer sprang mit seinen Jungs in den Whirlpool, der Präsident verteilte Komplimente. Und die Spieler nahmen nach dem Einzug in die Endrunde auf der Woge des Erfolgs bereits den EM-Titel ins Visier.

Die ungeschlagene U-21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) strotzte vor Selbstvertrauen. Natürlich ist es unser Ziel, die EM zu gewinnen, betonte Torjäger Mike Hanke. Wenn die Spieler vom EM-Titel träumen ist das doch in Ordnung. Es darf nur nicht zum Albtraum werden, mahnte Trainer Dieter Eilts nach dem 1:0-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel in Leverkusen gegen Tschechien zwar zur Vorsicht. Doch auch der Ex-Nationalspieler deutete an, was mit diesem Team alles möglich ist: Wir sind noch nicht am Limit.

Ihre Grenzen bekamen die DFB-Junioren im Rückspiel deutlich seltener aufgezeigt, als noch beim glücklichen 2:0 in Tschechien. Wir hatten uns aber beide Spiele ein bisschen anders vorgestellt, räumte Eilts nach der schweren Geburt ein. Wichtig ist auch, dass wir in der Jugendarbeit mit den großen Fußball-Nationen auf Augenhöhe sind, unterstrich DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Er gratulierte Eilts und seinem Team zum Weiterkommen: Es ist einfach sehr erfreulich. Ich finde keine negativen Worte.

Schon gar nicht für den Coach, der trotz ständiger personeller Umstellungen seit nunmehr 14 Spielen ohne Niederlage ist. Er verkörpert die neue Trainer-Generation. Er jammert nicht, sagte Mayer-Vorfelder, der sich dank des Treffers des Berlins Nando Rafael mit 15 300 Zuschauern am neunten Sieg im 12. Qualifikationsspiel der U 21 erfreuen durfte. Man darf ja auch nicht vergessen, dass bei der A-Mannschaft zuletzt gegen Frankreich fünf Spieler im Kader standen, die hier auch noch hätten spielen können, deutete er die Klasse im deutschen Junioren-Fußball an.

Es gibt noch weitere Spieler, die Druck entfachen, und es kann ja auch sein, dass der ein oder andere noch den Sprung auf den WM-Zug schafft, meinte Eilts. Nationalmannschafts-Co-Trainer Joachim Löw, der einige Spieler wie Hanke, Stefan Kießling oder Moritz Volz mit besonderem Augenmerk beobachtete, sagte: Jeder Spieler, der hier ist, hat eine Perspektive für die nächsten Jahre.

Die EM mit acht Teams findet vom 25. Mai bis 6. Juni 2006 statt, die Entscheidung über den Ausrichter fällt am 15. Dezember. Dann erwartet die Mannschaft, die sich in allen Spielen unter Eilts durch großen Kampfgeist und Teamgeist auszeichnete, ihr bislang größtes Highlight. Ich möchte mich bei ihr dafür bedanken, wie sie die gesamte Qualifikation gespielt hat und hoffe, dass wir bei der EM diesen Weg weitergehen, sagte Eilts. Die Mannschaft hat einen unwahrscheinlichen Charakter. Und Spaß mit Maß. Gestern Abend haben wir zu siebt auf einem Zimmer gesessen und noch ein Bierchen getrunken, verriet Wolfsburgs Stürmer Hanke.

Am 6. Juni, drei Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft, sollen die Sektkorken knallen. Stürmer Kießling vom 1. FC Nürnberg: Bei der EM lassen wir es krachen. Warum sollten wir nicht Europameister werden? Auch Abwehrspieler Marvin Matip vom 1. FC Köln geht in die Offensive: Es wäre dumm, nicht mit dem Ziel zur EM zu fahren, dort den Titel zu holen.


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