München - Die Zwangspause von Michael Ballack wird sich wahrscheinlich auch im Champions-League-Spiel des FC Bayern München gegen den österreichischen Meister Rapid Wien fortsetzen.
Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stieg zwar wieder ins Training ein, doch seine Oberschenkel-Zerrung hat er noch nicht vollständig überwunden. Er hat weiterhin Probleme. Es sieht eher schlecht aus, sagte Trainer Felix Magath.
Ohne Ballack hatten die Bayern in der Bundesliga bei Arminia Bielefeld 2:1 gewonnen. Blessuren erlitten in dem Spiel die Mittelfeldspieler Zé Roberto (Innenbandprobleme im Knie) und Martin Demichelis (Prellung). Die beiden Südamerikaner setzten mit dem Training aus.
Nach Ansicht von Uli Hoeneß gibt es in der Bundesliga gegenwärtig keinen Spieler, den der FC Bayern als Nachfolger für Ballack verpflichten könnte. In Deutschland sehe ich im Moment keinen, der in Frage kommt, sagte der Manager des deutschen Rekordmeisters der Süddeutschen Zeitung.
Namentlich schloss Hoeneß Nationalspieler Tim Borowski vom SV Werder Bremen als Kandidaten aus. Nein, das machen wir nicht. Wir haben im Frühjahr, bevor er seinen Vertrag verlängert hat, über ihn diskutiert - da geben wir jetzt nicht viel Geld für ihn aus, sagte Hoeneß. Neben Borowski wurden die Brasilianer Marcelinho (Hertha BSC) und Lincoln (Schalke 04) sowie der Niederländer Rafael van der Vaart (Hamburger SV) als mögliche Kandidaten gehandelt.
Man habe derzeit zwei, drei Namen, die wir beobachten, so Hoeneß. Zudem sondiert Chefscout Wolfgang Dremmler derzeit den Spielermarkt in Argentinien. Der kroatische Nationalspieler Niko Kranjcar (21) von Hajduk Split sei allerdings überhaupt kein Thema, versicherte Hoeneß. Die Chancen, dass Ballack doch noch über die Weltmeisterschaft 2006 hinaus in München bleiben wird, hält Hoeneß für weit größer als 50 Prozent. Der Manager warnte den ablösefreien Kapitän der deutschen Nationalmannschaft davor, zu hoch zu pokern. Wenn er nicht aufpasst, hängt er irgendwann zwischen allen Stühlen.
Kapitän Oliver Kahn zeigte unterdessen Verständnis für Ballack, der erst im Januar 2006 über seine berufliche Zukunft entscheiden will. Das ist schon ein Prozess, der einfach eine gewisse Zeit braucht, sagte der Nationaltorhüter am Samstag dem Bezahlsender Premiere. Sollte Ballack den Rekordmeister tatsächlich verlassen, sieht Kahn eine Schwächung der Mannschaft. Kurzfristig gesehen ist es immer problematisch, wenn man Weltklassespieler verliert.
Die Frage, ob Ballack bleibt oder wechselt, habe auch Einfluss auf seine eigene Entscheidung, räumte Kahn ein. Der Vertrag des Kapitäns läuft ebenfalls im kommenden Juni aus. Wenn man hört, weiß oder spürt, dass Weltklassespieler den Verein verlassen könnten - noch ist es ja nicht so weit -, dann macht man sich sicherlich Gedanken.
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