München - Der TSV 1860 München ist dem erneuten Arena- Fluch nur knapp entgangen und hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga übernommen.
Am 13. Spieltag schrammten die Löwen beim 1:1 gegen den FC Erzgebirge Aue vor 51 700 Zuschauern dank des chinesischen Torschützen Jiayi Shao knapp an der dritten Heimniederlage vorbei und setzten sich vor den punktgleichen SC Freiburg und Karlsruher SC (beide 24) erstmals seit dem dritten Spieltag wieder auf den ersten Platz.
Ex-Bundesligist Freiburg untermauerte mit dem 3:0 gegen LR Ahlen seine Heimstärke, der KSC hatte in Offenbach mit 3:1 gewonnen. Mit einem Zähler Rückstand folgt der überraschend starke Aufsteiger SC Paderborn (4:0 gegen Siegen) auf dem vierten Rang. Zum Abschluss der 13. Runde hat Energie Cottbus die Chance, mit einem Sieg im Ostderby bei Hansa Rostock die Tabellenführung zu übernehmen.
Dynamo Dresden setzte im Kampf um den Klassenhalt seine Niederlagenserie mit dem 2:3 gegen die SpVgg Unterhaching fort und besiegelte nach neun Spielen ohne Sieg das Schicksal von Christoph Franke, dem als vierter Trainer in der laufenden Saison die vorzeitige Entlassung bevorsteht. Der 1. FC Saarbrücken beendete seine Negativserie von vier Niederlagen, aber das torlose Remis bei der SpVgg Greuther Fürth hilft dem Schlusslicht nicht weiter.
Der VfL Bochum hatte mit dem 1:4-Debakel gegen Alemannia Aachen die Tabellenführung verloren und mit der ersten Heimniederlage der Saison dem KSC zu einem Kurzgastspiel auf Platz eins verholfen. Die Tabellenführung ist schön, aber nur eine Momentaufnahme, sagte KSC-Trainer Edmund Becker nach dem 3:1 in Offenbach. Nach dem ersten Karlsruher Sieg am Bieberer Berg seit 44 Jahren muss KSC-Manager Rolf Dohmen sein Portemonnaie öffnen - für den historischen Erfolg hatte er der Mannschaft ein Fass Bier versprochen.
Auf das von Präsident Uwe Leonhardt versprochene Freibier müssen die rund 15 000 Auer Fans verzichten, denn trotz einer starken ersten Halbzeit mit klarer spielerischen Überlegenheit mussten sich die Veilchen in München mit einem Punkt begnügen. Ersin Demir (36.) hatte Aue in der Allianz Arena, wo die Sechziger gegen Dresden (1:2) und Freiburg (0:1) verloren hatten, in Führung gebracht. In der 68. Minute belohnte der chinesische Nationalspieler Shao die Münchner für ihren enormen Einsatz nach dem Seitenwechsel.
Mit viel Mühe und dank eines fragwürdigen Foulelfmeters, den Dennis Aogo (45.) zur Führung verwandelte, sowie des Doppelschlags von Soumaila Coulibaly (70./74.) behielt Ex-Bundesligist Freiburg vor rund 13 000 Zuschauern seine weiße Heimweste, während Paul Linz mit den auswärts noch sieglosen Ahlener seine erste Niederlage als neuer Ahlener Trainer kassierte. Fürth bemühte sich um den vierten Sieg in Serie, doch selbst ein Sturmlauf in der zweiten Halbzeit brachte nicht den erhofften Erfolg gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Saarländer.
Im Tabellenkeller verschaffte sich nach Wacker Burghausen, das mit dem 2:1 Eintracht Braunschweig die erste Heimniederlage beibrachte, auch Unterhaching nach zuletzt vier Niederlagen etwas Luft. Christoph Teinert, der nach neun Minuten die Oberbayern in Führung brachte, gelang in der 65. Minute das Siegtor. Den dritten Treffer steuerte Carsten Sträßer (45.+1) bei. Das Eigentor des Hachingers Darlington Omodiagbe (16.) und ein Treffer von Joshua Kennedy (23.) reichten nicht, um Trainer Franke vor der Entlassung zu retten.
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