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Mainz rettet Remis nach zwei Noveski-Eigentoren | 2005-11-20


Mainz - Nach dem schnellsten Eigentor-Doppelpack der Bundesliga leitete Nikolce Noveski mit seinem Treffer ins richtige Tor für den FSV Mainz 05 auch die Wende zum 2:2 (0:2) im brisanten Derby gegen den Rhein-Main-Rivalen Eintracht Frankfurt ein, und konnte sogar lächeln.

Immerhin war es mein erster Hattrick, sagte er mit einer Portion Galgenhumor, fügte aber auch an: Ich wünsche es keinem Spieler, zwei Eigentore in sechs Minuten zu machen. Da bricht eine Welt zusammen.

Während sich sein Nebenmann Manuel Friedrich nach Ansicht von Trainer Jürgen Klopp für eine Rolle in der Nationalelf empfahl (Wenn die Türe für ihn nicht aufgeht, verstehe ich die Welt nicht mehr), avancierte Noveski in dem dramatischen Duell zur tragischen Figur. In der dritten Minute prallte der Ball von seinem Oberkörper ins eigene Tor, nur 129 Sekunden später vom Fuß. Ich hab nur gedacht, wärst du doch heute besser im Bett geblieben, gab der ansonsten absolut zuverlässige Abwehrrecke zu, der sich auf dem Platz die Anspannung und Erleichterung förmlich aus dem Leib schrie.

Wieder aufgebaut von den Mitspielern, die durch den Doppelschlag geschockt bis zur Pause vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion jeglichen Schwung vermissen ließen, trieb Noveski seine Teamkollegen nach dem Seitenwechsel selbst an. Nach zwei vergeblichen Versuchen, den Anschlusstreffer zu markieren, wuchtete der Mazedonier den Ball in der 70. Minute zum 1:2 über die Linie. Wir haben ihm gesagt, geh raus, und mach ein Tor, erklärte Manager Christian Heidel. Wir wussten, dass er das wegsteckt. Er ist kein Typ, der Streicheleinheiten braucht, sagte Klopp über Noveski. Seinem Manndecker war ähnliches bereits am 14. Mai beim 3:2 über den 1. FC Kaiserslautern widerfahren, als er nach einem Kopfballtreffer ein Eigentor zum 3:2-Endstand erzielte.

Dafür, dass die Mainzer, die beim Tabellenführer und Titelverteidiger Bayern München antreten müssen, nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen wurden, sorgte Petr Ruman mit seinem Ausgleich in den Schlusssekunden. Nach den frühen Gegentoren ist das Spiel in eine völlig falsche Richtung gegangen. Wir haben es erst ab der 46. Minute geschafft, den Zuschauern ein echtes Derby zu bieten, resümierte Klopp, der in der Pause laut geworden war, um denjenigen, die nicht mit dem Kopf auf dem Platz waren, zu zeigen, worum es geht (Friedrich).

Auf der Gegenseite trauerten die Frankfurter, die den Sprung ins vordere Mittelfeld der Tabelle verpassten, den vergebenen Chancen nach. Das war eigene Dummheit, gab Angreifer Francisco Copado zu. Der letzte Pass kam einfach nicht an, monierte Kapitän Jermain Jones. Den Ausgleich in der 90. Minute bezeichnete Trainer Friedhelm Funkel als ärgerlich, aber nicht vermeidbar. Nichts von alledem bekamen 115 Eintracht-Fans mit, die in der Mainzer Innenstadt Rauchbomben gezündet hatten und von zusätzlichen Polizei-Kräften vorzeitig zurück geschickt worden waren.


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