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Kölner Mokhtari schreibt Aufsatz über Egoismus | 2005-11-21


Köln - Der Marokkaner Youssef Mokhtari hat den Scherz seines Trainers Uwe Rapolder vom 1. FC Köln ernst genommen und den geforderten Aufsatz über Altruismus, Egoismus und soziale Kompetenz verfasst.

Ich wollte alles richtig machen und bin zum Depp geworden, schreibt der 26-jährige Fußball-Bundesligaprofi in seinem im Kölner Express veröffentlichten Beitrag über Selbstlosigkeit, das Gegenteil davon und das Verhalten in einer Gruppe. Es tut mir Leid für die Jungs und die tollen Fans! Kein Wunder, dass die Stimmung im Stadion und natürlich auch in der Kabine mies war.

In der 69. Minute des Heimspiels gegen Schalke 04 (2:2) war er beim Stande vom 2:1 zum Südenbock geworden, als er allein auf den gegnerischen Torwart zulief und gegen das Außennetz schoss, statt seine freistehenden Teamkollegen Lukas Podolski und Matthias Scherz anzuspielen. Ich hatte den Matchball und habe ihn vergeben. Denn ein 3:1 hätten wir wohl über die Zeit geschaukelt, so Mokhtari, der in der Schlüsselszene seine beiden Mitspieler nicht gesehen haben will: Wäre es so gewesen, hätte ich natürlich abgespielt. Denn: Wer mich genau kennt, weiß, dass ich kein egoistischer Mensch bin.

Er habe sich am meisten über diesen Blackout geärgert. Ich habe schlecht geschlafen und schlecht geträumt, schreibt Mokhtari. Demoralisieren will er sich durch diesen Faux-Pas aber nicht lassen. Allerdings bin ich kein Mensch, der durch diese Sache einknickt. Ich sage mir: Mokhi, jetzt erst recht. Er werde nun wieder aufstehen, kämpfen und auf seine Chance hoffen. Ich will meinen Fehler wieder gutmachen, kündigte Mokhtari an und fragte am Ende des Beitrags: Und ist das nun egoistisch?

Nicht beruhigen konnte sich jedoch Kölns Präsident Wolfgang Overath über diesen kapitalen Schnitzer. Wir machen alle Fehler. Aber diesen Fehler darfst du nur einmal machen. So etwas geht nicht, so was ist unmöglich, sagte der ehemalige Nationalspieler dem Express. Das war reiner Egoismus. Wenn der das bei mir in der Mannschaft gemacht hätte, hätte er das nicht überlebt. Er bewundere die mitgelaufenen Scherz und Podolski, dass sie so besonnen reagiert haben. Mokhtaris Erklärung, die beiden Kollegen nicht gesehen zu haben, lässt er nicht gelten: Wenn er die anderen nicht sieht, ist er kein guter Spieler.


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