Hamburg - Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen. In der Fußball-Bundesliga Platz drei, im UEFA-Cup munter dabei - nun will der Hamburger SV dahin, wo Real Madrid, Juventus Turin und Bayern München schon sind: in Europas Spitze.
Es ist Zeit für ein neues Ziel, bekannte Clubvorsitzender Bernd Hoffmann bei der wohl kürzesten und friedlichsten Mitgliederversammlung des Vereins im Hamburger Congress Centrum. Wir wollen in fünf Jahren unter die Top-20 und in zehn Jahren unter die Top-10 von Europa, formulierte Hoffmann die hehren Ziele und erntete den Jubel der 439 anwesenden Mitglieder.
Der Weg dahin führt allerdings nur über die Champions League - und das dauerhaft. Das sprach Hoffmann zwar so nicht aus (Uns ist hanseastisches Understatement eigen). Er forderte allerdings gewaltige Zuwachsraten bei allen wirtschaftlichen Parametern. Der HSV schloss die vergangene Saison mit einem Umsatz von 83 Millionen Euro ab, Bayern München hat es auf 189 Millionen Euro gebracht. Der HSV stützt sich auf Sponsoreneinnahmen von 15 Millionen Euro, Bayern schöpft aus einem Topf von mehr als 80 Millionen Euro. An den TV-Einnahmen bei Europacup-Auftritten partizipieren die Hanseaten in der laufenden Saison in einer Höhe von einer Million Euro, Champions- League-Teilnehmer Werder Bremen kassiert zwölf bis 15 Millionen Euro. Der HSV freut sich über 40 000 verkaufte Trikots, Chelsea London über eine Million.
Um weitere Transfers von der Güte eines Rafael van der Vaart, Khalid Boulahrouz oder Daniel van Buyten einfädeln zu können, sollen die jährlichen Personalkosten von derzeit 26 auf 40 Millionen Euro getrieben werden. Zudem will der HSV nicht mehr am Gängelband der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hängen. Hoffmann: Es nervt, Auflagen zu bekommen. Es nervt, monatliche Bilanzen einreichen zu müssen. Die größtenteils aus der Stadionfinanzierung resultierende Überschuldung von 21,4 Millionen Euro wird im nächsten Lizenzierungsverfahren jedoch keine Rolle mehr spielen. Der Fehlbetrag ist Sache von Stadionbesitz- und Stadionbetriebsgesellschaft. Der HSV e.V. als Lizenzträger steht dagegen mit 3,5 Millionen positivem Kapital auf der Sonnenseite.
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