Dortmund - Deutschlands einziger börsennotierter Fußballclub Borussia Dortmund sieht sich nach der schweren Finanzkrise vom Frühjahr wieder im Aufwärtstrend.
Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Chance haben, diese Geschichte zu einem guten Ende zu bringen, sagte der Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Hans-Joachim Watzke, in Dortmund bei der Hauptversammlung.
Er glaube, dass ein börsennotiertes Fußballunternehmen profitabel geführt werden könne. Das aktuelle Jugend-forscht-Konzept könne mittelfristig große Erträge bringen, meinte Watzke in Anspielung auf das geringe Durchschnittsalter der aktuellen Bundesligamannschaft.
Der Manager bekräftigte das Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (30. Juni). Demnach soll der Konzernverlust gegenüber dem Vorjahr um 70 Millionen Euro auf einen einstelligen Millionenbetrag verringert werden. Der Traditionsverein war im Frühjahr nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. 2004/05 war ein Rekordverlust von 79,6 Millionen Euro verzeichnet worden, nachdem im Vorjahr bereits ein Verlust von 67,7 Millionen Euro angefallen war. Der Umsatz brach unter anderem deswegen von 99,9 Millionen Euro auf 79,2 Millionen Euro ein, weil die Teilnahme an internationalen Wettbewerben verpasst wurde und damit TV- und Ticketeinnahmen fehlten.
Nach Watzkes Aussage plant das Management derzeit, die Passivseite zu restrukturieren, um finanziellen Spielraum zu erschließen. Er spielte damit auf eine angestrebte Umschuldung an, mit der die Zahl von derzeit rund 70 Gläubigern stark reduziert werden soll, um dann besser längere Rückzahlungszeiträume vereinbaren zu können. Ende Juni drückte den BVB eine Schuldenlast von rund 89 Millionen Euro.
Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung stand unter anderem eine bis Oktober 2010 gültige Ermächtigung für die Gesellschaft, das Grundkapital durch die Ausgabe neuer Aktien um 14,6 Millionen Euro zu erhöhen. Auch sollte die Hauptversammlung der Möglichkeit zustimmen, Wandelanleihen in einer Höhe von bis zu 40 Millionen Euro zu begeben. Der größte Einzelaktionär mit rund 26 Prozent der Anteile, Florian Homm, war nicht selbst anwesend, ließ aber eine Erklärung verlesen. Darin bescheinigte er Watzke einen hervorragenden Job und sprach von einem vernünftigen Agieren der Geschäftsführung.
Aktionärsvertreter und Einzelaktionäre äußerten sich insgesamt zufrieden über den eingeschlagenen Kurs der Geschäftsführung. Vor einem Jahr standen wir vor einem Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter - aber die Richtung stimmt, sagte Stefan ten Doornkaat von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Carsten Heise von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem zarten Anflug von Optimismus. Der Patient Borussia Dortmund hat eine Chance, wieder komplett gesund zu werden.
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