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Stunde der Wahrheit für Franzosen und Griechen | 2005-09-06


Hamburg - Den Fußball-Mächten Frankreich und Griechenland schlägt in der WM-Qualifikation die Stunde der Wahrheit. Siege sind Pflicht, wenn die Equipe Tricolore in Irland ihre Chance auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wahren will.

Es zählt nur ein Sieg, betonte Griechenlands Trainer Otto Rehhagel vor der Partie des Europameisters in Kasachstan. Während neun der 32 Tickets vergeben sind und nach Fix-Starter Deutschland und der Ukraine aus Europa auch Portugal und die Niederlande dicht vor der Qualifikation stehen, bewegt sich der ehemalige Welt- und Europameister Frankreich auf einem schmalen Grat.

Wenn wir in Irland verlieren, ist der WM-Zug für uns fast schon abgefahren. Aber wir werden alles dafür tun, dass es nicht passiert, sagte Mittelfeldstar Zinedine Zidane vor der Richtung weisenden Partie in Dublin. Die Schweiz, Irland und Frankreich liegen in Gruppe 4 mit 13 Punkten gleichauf, Israel (12) folgt dicht dahinter. Kurios: Bisher endeten alle neun Duelle unter den Top-Teams unentschieden. Ein Erfolg würde einen Riesenschritt nach vorne bedeuten, meinte Irlands Coach Brian Kerr, der in Pflichtspielen daheim unbesiegt ist. Während er Starspieler Roy Keane einsetzen kann, sind bei den Franzosen Liliam Thuram und Djibril Cissé angeschlagen.

Ähnlich spannend ist es in Gruppe 2. Hinter der Ukraine kämpfen die Türkei (17/ 1 Spiel mehr), Griechenland (15) und Dänemark (13) um den wichtigen zweiten Platz. Wir wollen diesen Sieg mehr als alles andere auf der Welt, meinte Griechen-Stürmer Angelos Charisteas vor dem Auftritt in Kasachstan (0). Da die Türkei in der Ukraine vor einer hohen Hürde steht, könnte Dänemark (gegen Georgien) zum Haupt-Rivalen um Rang zwei werden. Gewinnen wir alle drei Spiele, sind wir durch, sagte Michalis Kapsis, der den verletzten Abwehrchef Dellas vertritt. Aber: Griechenland muss noch in Dänemark (8. Oktober) ran.

Auch Spanien (13) muss kämpfen, um in der Gruppe 7 die Oberhand zu gewinnen. Die Chance bietet sich gegen Spitzenreiter Serbien-Montenegro (15), der noch ohne Gegentor ist. Doch großes Manko ist ausgerechnet die mangelnde Torgefährlichkeit: Unter Trainer Luis Aragonés haben die Spanier die schlechteste Bilanz einer Nationalelf seit 1980 (13 Tore in 22 Spielen). Gegen die Serben sollen Raúl und Fernando Morientes für Tore sorgen. Dennoch ist Torwart Iker Casillas besorgt: Es will mir nicht in den Kopf, dass ausgerechnet die Nationalelf jenes Landes, das sich rühmt, die beste Liga der Welt zu haben, sich nicht für die WM qualifiziert. Wie stehen wir dann da?

Besser steht es um den Nachbarn aus Portugal, der die Gruppe 3 mit 23 Punkten locker vor der Slowakei und Russland (je 18) anführt. Wir sehen inzwischen Licht am Ende des Tunnels, haben aber noch einige Steine aus dem Weg zu räumen, sagte Trainer Luiz Felipe Scolari vor dem Spiel in Russland, wo er ein Unentschieden anstrebt. Erwartet wird, dass Italien (Gruppe 5/in Weißrussland), Kroatien (Gruppe 9/auf Malta) und die Niederlande (Gruppe 1/gegen Andorra) mit Siegen in vermeintlich leichten Spielen ihre Spitzenpositionen ausbauen.

Tschechien will dem Oranje-Team auf den Fersen bleiben. Zwar fällt gegen Armenien Spielmacher Tomas Rosicky von Borussia Dortmund wohl ebenso aus wie Stammkeeper Petr Cech. Aber mit dem angestrebten Pflichtsieg soll Rumänien wieder von Rang zwei verdrängt werden. Dies sei bitter nötig, meinte der frühere HSV-Verteidiger Tomas Ujfalusi. Die Lage ist ernst. Wieder Chancen rechnet sich Lothar Matthäus mit Ungarn (13) im Kampf um Rang zwei mit Schweden (18) in Gruppe 9 aus. Wenn wir die Schweden schlagen, ist wieder alles drin, glaubt er.


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