Offenbach - Fußball-Zweitligist Kickers Offenbach hat den Schwung aus dem erfolgreichen Liga-Start in den DFB-Pokal mitgenommen und dort gleich für eine faustdicke Überraschung gesorgt.
Die Hessen besiegten in der 1. Runde den Erstliga-Rückkehrer 1. FC Köln mit 3:1 (0:1) und brachten dem Favoriten die erste Pflichtspiel- Niederlage der neuen Saison bei.
Kickers-Coach Hans-Jürgen Boysen vollführte nach dem Coup einen Jubelsprung. Unser Torwart Ramovic hat überragend gehalten und wir haben unsere taktische Linie durchgezogen, freute sich Boysen. Schon Ende Juli hatte Offenbach in einem Testspiel Köln mit 2:1 besiegt. Bis zur 60. Minute haben wir das Spiel gut kontrolliert, auch wenn wir manchmal nur das Notwendigste getan haben, meinte Gäste-Trainer Uwe Rapolder. Vor 15 500 Zuschauern steigerten sich die Kickers vor allem nach der Pause. Die zu umständlich agierenden Rheinländer verloren dazu Andrew Sinkala mit Roter Karte (56.) nach grobem Foulspiel an Alf Mintzel. Das war die Schlüsselszene des Spiels, erklärte Rapolder. Qualid Mokhtari (65. Minute) glich die Kölner Führung durch Markus Feulner (29.) aus.
Für den Pokal-K.o. der Kölner sorgten Suat Türker, der einen von Christian Lell verursachten Handelfmeter sicher verwandelte (72.), und der Kölner Christian Rahn, der per Eigentor (86.) den Schlusspunkt setzte. Man kann in Offenbach verlieren. Es ist nur schade, dass wir das Spiel durch eine Unbeherrschtheit aus der Hand gegeben haben, meinte der Coach und hakte das Pokal-Kapitel ab.
Beide Teams verwöhnten das Publikum zunächst nicht mit aufregenden Torraumszenen, nervten dafür mit Nickligkeiten. Nationalspieler Lukas Podolski zog sich früh den Zorn der Offenbacher Fans zu, als er erst Christian Müller foulte und wenig später Ramazan Yilderim festhielt. Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) dämpfte den Tatendrang des 20-Jährigen mit der Gelben Karte. Die Kölner versuchten, im Kombinationsspiel den Kickers-Abwehrriegel zu knacken. Der beste Angriff führte gleich zum Erfolg, als Lell Feulner bediente, der OFC- Schlussmann Sead Ramovic mit einem Flachschuss das Nachsehen gab.
Der ruhige Nachmittag war für die Kölner vorbei, als der stark spielende Sinkala Mintzel an der Mittellinie in die Parade fuhr und mit Rot vom Platz musste. Nachdem Feulner allein vor Ramovic das 2:0 verpasst hatte, drehten die Kickers auf und verdienten sich mit couragiertem Angriffsspiel den Ausgleich durch den Debütanten Mokhtari auf Vorarbeit von Regis Dorn.
Fast im Gegenzug fand Feulner erneut in Ramovic seinen Meister. Ein Handspiel von Lell nutzte Türker zur verdienten Kickers-Führung. Danach setzte Rapolder alles auf eine Karte und mit Peter Madsen sowie Youssef Mokhtari voll auf Offensive. Doch der Plan ging nicht auf. Der eingewechselte Rahn besiegelte mit einem Eigentor die verdiente Niederlage.
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