Kaiserslautern - Der Strafprozess gegen die ehemalige Führungsspitze des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern neigt sich dem Ende zu.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Landgericht Kaiserslautern das Verfahren wegen Untreue gegen Robert Wieschemann, Jürgen Friedrich und Gerhard Herzog eingestellt. Der Vorsitzende Richter begründete dies mit der Verschlankung des Prozesses.
Die Anklage hatte dem Trio vorgeworfen, 375 000 Mark an die Firma Rogon Sportmanagement gezahlt zu haben für Medienberatungen, die nicht geleistet wurden. In den Plädoyers, die am 10. Oktober beginnen sollen, wird es nun um die fünf Vorwürfe der Steuerhinterziehung und verdeckter Lohnzahlungen an ehemalige FCK-Profis gehen.
Am Rande des Prozesses wurde bekannt, dass der 1. FC Kaiserslautern gegen Friedrich und Herzog eine so genannte Sicherungsvollstreckung in Höhe von rund 600 000 Euro betreibt. Dadurch könnten bei dem früheren Vorstandsvorsitzenden und dessen ehemaligem Vorstandskollegen Vermögenswerte in dieser Höhe vorläufig als Sicherheit gepfändet werden. Das bestätigte Herzogs Rechtsanwalt Helge Pfeifer auf Anfrage.
In einem Zivilverfahren waren Friedrich und Herzog vom Landgericht Kaiserslautern in erster Instanz zu einer Schadensersatzzahlung von 500 000 Euro an den FCK verurteilt worden. Beide haben dagegen Berufung beim Oberlandesgericht Zweibrücken eingelegt.
Würde das Urteil auch in letzter Instanz so rechtskräftig, gingen die sichergestellten Vermögenswerte an den 1. FC Kaiserslautern. Hätte das Urteil so nicht Bestand, ginge das sichergestellte Vermögen ganz oder teilweise an Herzog und Friedrich zurück.
Wie Pfeifer erklärte, konnte sein Mandant die vom FCK geforderte Sicherheit von 600 000 Euro zum 30. September nicht erbringen. Als nächstes könnte der Fußball-Bundesligist einen Gerichtsvollzieher schicken oder eine Gehaltspfändung vornehmen. Jürgen Friedrich erklärte, er selbst wisse nichts und wolle sich nicht äußern. Sein Anwalt wollte ebenfalls keine Stellungnahme abgeben. Der Anwalt des 1. FC Kaiserslautern war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
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