Rom - Dem italienischen Fußball laufen die Zuschauer weg. Zu teure Eintrittskarten und veralterte Stadien lassen die Besucherzahlen immer weiter sinken.
Im Vergleich zur Vorsaison kamen bislang rund 18,5 Prozent weniger Zuschauer zu den Spielen der Serie A. Der Fußball braucht aber volle Stadien, sagte Italiens Fußballverbandspräsident Franco Carraro und schlug damit zugleich Alarm. Carraro forderte die Clubs auf, die Eintrittspreise zu senken. So lasse sich der Negativtrend der letzten Jahren umkehren.
Liga-Präsident Adriano Galliani dagegen machte nicht die Eintrittspreise, sondern die unkomfortablen Stadien für das Ausbleiben der Fans verantwortlich. Beeindruckt von der Schalker Fußball-Arena hatte der Vize-Präsident des AC Mailand bereits nach dem 2:2 im Champions-League-Spiel in Gelsenkirchen über die veralterten Stadien in Italien geklagt. Wir brauchen reine Fußballstadien, forderte Galliani.
Die großen Stadien in Mailand, Turin und Rom sind allesamt mit Leichtathletik-Bahnen ausgestattet, so dass die Zuschauer sehr weit vom Spielfeld entfernt sitzen. Vor allem im Turiner Stadio delle Alpi klagen die Fans über die schlechte Sicht. Selbst beim Spitzenspiel gegen Inter Mailand waren viele Plätze leer geblieben.
Die billigste Karte für einen Platz in der Kurve kostete für das Inter-Spiel 50 Euro. Dies wurde trotz des angemessenen Zuschlags für das Spitzenspiel von vielen Fans als zu teuer empfunden. Vor der Saison hatte Juve noch mit einer Sonderangebots-Kampagne versucht, das Stadion besser zu füllen. Für Frauen und Kinder hatte Juve eine Dauerkarte angeboten, mit der der Eintritt pro Spiel nur einen Euro kostet. Aber auch damit gelang es dem Rekordmeister nicht, das Turiner Stadion zu füllen.
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