Istanbul - Ich weiß, was Fußball in der Türkei bedeutet. Joachim Löw, Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft, hat ein Jahr lang die Euphorie, Trauer und allen Fanatismus um die Stars der türkischen Spitzenclubs hautnah miterlebt.
Als Trainer von Fenerbahce Istanbul wurde der heute 45-Jährige am Bosporus verehrt und zugleich unter Druck gesetzt. Wir werden am Samstag erleben, mit welcher Leidenschaft die Leute ihre Mannschaft unterstützen, sagte Löw, der bei den türkischen Journalisten ein besonders begehrter Gesprächspartner vor dem Länderspiel gegen Deutschland war.
Dabei steht für das Gastgeber-Team das wichtigere Spiel erst am 12. Oktober in Albanien an, wo es um die letzte WM-Chance geht. Ich würde mich freuen, wenn die Türken es schaffen und bei der WM dabei sind. Das kann auch für die Stimmung in Deutschland sehr gut sein, erklärte der freundliche Löw, der als Fenerbahce-Coach direkt am Marmarameer gewohnt hatte. Noch immer beobachtet der Partner von Bundestrainer Jürgen Klinsmann den Fußball in seiner einstigen Wahlheimat genau, steht auch im Kontakt mit seinem Nachfolger Christoph Daum. Die Türken sind technisch beschlagene Fußballer. Vor allem wenn sie in einen Rausch kommen, sind sie zu allem fähig, warnte Löw.
Besonders heiß werden sich die Bundesliga-Legionäre im roten Trikot mit dem weißen Halbmond zeigen, obwohl für einige einst auch der Weg Richtung deutsche Nationalelf offen stand. Junge türkische Spieler in Deutschland träumen immer davon, bei einem großen Verein in der Türkei und in ihrer Nationalmannschaft zu spielen, weil sie auch ein Stück von ihren Eltern geprägt sind, erzählte Löw. Ob die Zwillingsbrüder Halil Altintop (Kaiserslautern) und Hamit Altintop (Schalke), Alpay Özalan (Köln) oder Yildiray Bastürk (Hertha), alle haben einen besonderen Stolz auf ihr Heimatland, weiß der DFB-Coach und betonte: Wir werden keinen Spieler versuchen zu überreden, für uns zu spielen.
Bei Nuri Sahin, mit 16 Jahren und 335 Tagen bisher jüngster Bundesliga-Spieler, hatte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder zumindest einen zarten Versuch gestartet, das Supertalent von Borussia Dortmund für den Deutschen Fußball-Bund zu erhalten. Doch der türkische Nationaltrainer Fatih Terim hatte extra mit dem Vater von Nuri gesprochen. Er hat mir gesagt, ich soll mir keine Sorgen machen. Sein Sohn würde es vorziehen, in der türkischen Nationalmannschaft zu spielen, berichtete Terim, der Sahin nun gegen Deutschland zum Debüt in der A-Mannschaft verhelfen kann. Bei der U 17-Weltmeisterschaft in Peru war der Dortmunder Jungprofi jüngst als drittbester Spieler des Turniers ausgezeichnet worden.
Er hat eine sehr gute Technik und eine hohe Fußball-Intelligenz. Und er zeigt sich schon sehr abgebrüht, beschrieb Löw seinen Eindruck von Sahin. Allerdings spüre man in der Bundesliga natürlich auch, dass er noch nicht ausgereift sei. Er ist ein großes Talent. Aber er hat noch einen langen Weg vor sich, bis er ein richtiger Star ist, schloss der DFB-Trainer an. So ist Sahins erwartetes frühes Comeback in der türkischen Nationalelf wohl auch als Schutzmaßnahme zu sehen. Denn dann ist der gebürtige Lüdenscheider nach den Regeln des Weltverbandes FIFA endgültig Türke.
Erfurts Präsident Frohwein zurückgetretenBahn schult 6000 Service-Botschafter für die WMKeine sofortige Freigabe für Boca-Coach BasileRote Teufel setzen auf Fußball-AGBayer trotz Pleite im Rennen - Skibbe warntHannover mit 3:0-Sieg gegen NeumünsterNeue Details im Wett-SkandalDie Statistik vom 4. Bundesliga-SpieltagBert van Marwijk neuer Cheftrainer bei BVBWM-Team von Costa Rica in Deutschland eingetroffen1388 |
1649 |
1592 |
1893 |
1341 |
13745 |
13093 |
13007 |
13421 |
13909 |