Hamburg/London - Der Joker kam früh, machte zwei Stiche zum Arsenal-Sieg und sich selbst zum Rekord-Kanonier. Thierry Henry war in der Champions League der Mann des Abends.
Bei seinem Traum-Comeback nach sechswöchiger Verletzungspause schoss der französische Fußball-Nationalspieler beide Treffer zum 2:0-Sieg der Londoner bei Sparta Prag. Die Gunners verdanken dem Torjäger den dritten Sieg im dritten Gruppenspiel und ihrem deutschen Nationaltorhüter Jens Lehmann das zu Null. Damit marschiert der englische Vizemeister mit der Optimalpunktzahl neun unbeirrt Richtung Achtelfinale.
Henry saß zunächst auf der Bank, Arsenal-Coach Arsene Wenger wollte seinen 28 Jahre alten Joker schonen und erst in der letzten halben Stunde bringen. Doch als sich Jose Antonio Reyes in der 15. Minute verletzte, musste der Weltklasse-Stürmer ran - sechs Minuten später erzielte er die Führung. Ein Leckerbissen der Marke Tor des Jahres. 16 Minuten vor Ultimo machte Kapitän Henry alles klar - mit seinem 186. Treffer im 302. Spiel für Arsenal. Mit diesem Coup - ein Vereinsrekord wohl für die Ewigkeit - überflügelte er Ian Wright (185), der von 1991 bis 1998 für die Gunners kickte.
Ich bin überglücklich wegen des Rekords, jubelte Henry und lobte seinen Vorgänger: Ian Wright war ein großartiger Spieler und wird immer eine Legende für Arsenal sein. Die Presse feierte den neuen Rekord-Mann überschwänglich. Mein Gott, was wird Thierry Henry erst tun, wenn er wieder richtig fit ist?, fragte der Daily Telegraph. Nach Meinung von Trainer Wenger wird der mehrfache englische Rekordtorschütze nicht nur in die Geschichte von Arsenal eingehen, sondern in die Fußballgeschichte überhaupt.
Bayern München (Gruppe A) und Arsenal (Gruppe B) behielten mit dem dritten Sieg im dritten Spiel ihre weiße Weste, der FC Brügge (A) und Ajax Amsterdam (B) holten erstmals drei Punkte. Die Belgier setzten sich durch den goldenen Treffer von Bosko Balaban mit 1:0 beim punkt- und torlosen Rapid Wien durch. Ajax landete einen 2:0-Pflichtsieg gegen den FC Thun. Der Grieche Iannis Anastasiou hielt die Hoffnungen der Niederländer, die mit vier Punkten bei Halbzeit Gruppenzweiter hinter Arsenal (9) sind, am Leben.
Keine Sieger, dafür gleich vier Remis, gab es in den Gruppen C und D. In der Bremen-Gruppe C kam der FC Barcelona über ein 0:0 bei Panathinaikos Athen nicht hinaus, verteidigte mit sieben Punkten aber die Tabellenführung vor Udine, Athen (beide 4) und Werder (1). Nach dem torlosen Remis in Athen jubelten nur die Griechen. Panathinaikos hat einen goldenen Punkt ergattert, schrieb die Zeitung SPORtime. Manchester United verschenkte beim 0:0 gegen Tabellenschlusslicht OSC Lille zwei Punkte, blieb aber mit fünf Zählern in der Gruppe D vorn. Der FC Villarreal und Benfica Lissabon trennten sich 1:1.
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